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Nach 12 Jahren

Italienische Polizei verhaftet "Unabomber"

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Knalleffekt: Im Falle des legendären Unabombers in der italienischen Justiz. Ein Ingenieur soll für 20 der 35 Anschläge in Italien verantwortlich sein.

Die Polizei in Nordostitalien glaubt, in einem 49 Jahre Ingenieur den Verantwortlichen für rund 20 von insgesamt 35, ursprünglich einem mysteriösen "Unabomber" zugeschriebenen Sprengstoffanschlägen gefunden zu haben, die seit zwölf Jahren im Friaul und Venezien verübt wurden. Die Staatsanwaltschaft von Pordenone hat einen 500 Seiten umfassenden Akt zusammengetragen, am 10. Oktober soll der verdächtige Elvo Z. vor einem Untersuchungsrichter in Triest aussagen.

Weiters: pädophiles Material am PC gefunden
Z. bestreitet jeden Zusammenhang mit den Sprengfallen und sieht sich als Opfer eines Komplotts. "Es gibt keine Beweise gegen mich. Die Polizei tappt im Dunklen und braucht unbedingt ein Täter. Mein Leben ist zerstört", klagte der verheiratete Vater einer Tochter, auf dessen Computer die Polizei pädophiles Material gefunden hatte.

Die Anschläge hielten Italien in Atem
Der erste der Anschläge wurde am 21. August 1994 bei einem Volksfest in Sacile bei Pordenone verübt. Damals explodierte eine Rohrbombe, die drei Personen verletzte. Weitere Sprengkörper dieser Art detonierten in den folgenden Monaten vor einem Supermarkt in Pordenone sowie vor der Kirche der friaulischen Kleinstadt Aviano, wo sich ein US-Militärstützpunkt befindet. Weitere vier Rohrbomben explodierten in der Provinz Pordenone, ohne jemanden zu verletzen.

Touristen in Gefahr
Durch eine weitere Rohrbombe wurde am 4. August 1996 am Strand von Lignano ein 33-jähriger Urlauber schwer verletzt. Mehrere Sprengkörper derselben Art detonierten in den folgenden Tagen in weiteren Badeorten an der oberen Adria. Im Juli 2000 wurde ein pensionierter Carabiniere in Lignano lebensgefährlich verletzt, nachdem ein Sprengsatz in seinen Händen gezündet hatte. 2004 explodierte ein Textmarker in der Hand eines kleinen Mädchens, das dabei schwer verletzt wurde.

Erst im Mai dieses Jahre explodierte in Caorle ein Sprengkörper in einer Wasserflasche. Dabei wurde ein 28-Jähriger verletzt. Die Flasche war zwischen Felsen unweit des Meeres versteckt.

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