Jordanien: Bizarrer Kampf um Palast

Nach Verdacht der Verschwörung

Jordanien: Bizarrer Kampf um Palast

Der Streit zwischen König ­Abdullah II. und seinem Halbbruder Hamsa führte zu einer tiefen Krise in Jordanien. 

 Angeblich soll die bizarre Fehde der beiden Mächtigen inzwischen beigelegt sein. Ex-Kronprinz Hamsa soll laut Königshaus eine Erklärung unterzeichnet haben, in der er inzwischen seine Loyalität gegenüber dem König bekräftigt. Dem (gespielten) Palastfrieden traut aber in Nahost niemand:

Kronprinz unter Hausarrest 

König Abdullah und seine Ehefrau Rania haben Kronprinz Hamsa (41) am Wochenende unter Hausarrest gestellt. Seine Telefon- und Internetverbindungen wurden gekappt. Sie warfen ihm ein „heimtückisches Komplott“ zur Machtübernahme in Jordanien vor. 16 enge Vertraute des Prinzen wurden wegen Vorbereitung eines Putsches verhaftet. Hamsa soll auch geheime Gespräche aus dem Königshaus mitgeschnitten und ans Ausland weitergegeben haben, um Jordanien zu destabilisieren.

Großer Machtkampf

Der 41-jährige Hamsa bestritt jede Beteiligung an einem Putschversuch. Er sei vielmehr ins Visier des Königs geraten, weil er massive Korruption und die desaströse Regierungsführung in Jordanien angeprangert habe, so der Prinz.

Abdullah II. und Hamsa sind Halbbrüder, Söhne des 1999 verstorbenen legendären Königs Hussein, der in Jordanien noch immer von vielen verehrt wird. Seine Mutter ist Ex-Königin Nūr, eine gebürtige Amerikanerin.Hamsa gilt zwar als Mitglied der Königsfamilie, doch wurde ihm 2004 – fünf Jahre nach Abdullahs Amtsantritt – der Titel „Kronprinz“ entzogen. 

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