8-Meter-Wellen

"Noch nie erlebt" – Adria-Sturmflut flutet Häuser

Ein heftiges Unwetter hat Küstenabschnitte in der Region um Kaštela verwüstet. Ein massiver Anstieg des Meeresspiegels sorgte für überflutete Straßen und enorme Schäden – Bewohner sprechen von einer nie dagewesenen Flut.

Kroatien. Nach dem verheerenden Sturm vom Mittwochabend beruhigt sich die Lage nur kurz, denn bereits für Freitag wird eine erneute Verstärkung des Südwindes mit Regen und Gewittern erwartet. Am Samstag ziehen vereinzelt Regenschauer durch, besonders im Süden, bevor es am Sonntag schließlich trockener wird. Für viele Österreicher, die ihre Urlaube gerne an der dalmatinischen Küste verbringen, sind die aktuellen Bilder aus den betroffenen Regionen ein Schock.

Massive Zerstörung in Kaštela

In Trogir, Omiš, Split und Pag wurden Straßen überflutet – besonders hart traf es die Region um Kaštela. Der Meeresspiegel stieg um über 70 Zentimeter an und riss alles mit sich. "So etwas haben wir noch nie erlebt, der Meeresspiegel stieg um 70 Zentimeter und ergoss sich über die Uferpromenade", berichten Betroffene vor Ort gegenüber dem kroatischen Onlineportal "24sata.hr". Häuser, Geschäfte und Straßen wurden völlig überflutet. Die Feuerwehr leistete in der Nacht auf Donnerstag rund zweihundert Einsätze, während Bewohner versuchten, ihr Eigentum mit Sandsäcken zu schützen. Ein Anwohner aus Kaštel Novi schildert gegenüber "24sata.hr" die Wucht: "Die Flut riss sogar die eiserne Haustür mit."

Wellenhöhen von über 8 Metern gemessen

Laut dem Ozeanologen Ivica Vilibić ist die Überschwemmung eine direkte Folge einer sogenannten "Zyklonflut" oder "Sturmflut". Niedriger Luftdruck und stürmischer Südwind trieben das Wasser mit voller Kraft in Richtung Küste. Da der Meeresspiegel der Adria langfristig ansteigt, nehmen solche gefährlichen Ereignisse laut Experten stetig zu. An einer Boje auf offenem Meer wurden Wellenhöhen von über acht Metern gemessen. In Palagruža erreichten die Böen bis zu 137 km/h.

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