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Rechtsstreit

Opferfamilie klagt O.J. Simpson

Der Ex-Football-Star soll aus dem eingestampften Buch über den Mord an seiner Frau und deren Freund Profit gezogen haben.

Die Familie eines der mutmaßlichen Mordopfer von O.J. Simpson hat den Ex-Footballstar wegen seines unveröffentlichten Buches "Wenn ich es getan hätte" ("If I did it") geklagt. Die Anwälte der Eltern des ermordeten Freundes von Simpsons Ex-Frau, Ron Goldman, sagten, Simpson habe aus dem inzwischen eingestampften Buch über den zwölf Jahre zurückliegenden Mordfall Profit gezogen.

Eine Million Dollar kassiert?
In der in Los Angeles eingereichten Klage werfen sie dem Ex-Sportler vor, eine Anzahlung von einer Million Dollar (rund 750.000 Euro) verschleiern zu wollen. Die Klage wendet sich gegen Simpson und die Firma Lorraine Brooke Associates.

Die Firma ist nach Ansicht der Anwälte eine Strohfirma, um das Geld zu verstecken. Nach Angaben der Anwälte sind "Lorraine" und "Brooke" die zweiten Vornamen von Simpsons Kindern. In dem Buch schilderte der Ex-US-Footballstar Simpson in hypothetischer Form, wie er 1994 seine Ex-Frau Nicole Simpson Brown und Goldman umgebracht haben könnte - wenn er es denn gewesen wäre. Simpson war damals unter dringendem Mordverdacht festgenommen, jedoch in einem spektakulären Strafverfahren 1995 freigesprochen worden.

Schadenersatz nie gezahlt
Zwei Jahre später wies ihm allerdings ein Zivilgericht die Verantwortung für den Tod der beiden zu und verurteilte ihn zu einer Schadenersatzzahlung von 33,5 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen. Von dem Geld haben die Angehörigen bis heute keinen Cent gesehen. Dass Simpson jetzt auf ihre Kosten Kasse machen wollte, führte im vergangenen Monat zu einem Sturm der Entrüstung vor allem in den USA. Der Konzern des Medienmagnaten Rupert Murdoch gab daraufhin schließlich klein bei: Das Buch wurde nicht veröffentlicht.

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