Ausschreitungen in mehreren europäischen Städten

Demonstrationen am Tag der Arbeit

Ausschreitungen in mehreren europäischen Städten

Am Samstagnachmittag kam es in mehreren europäischen Städten zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. 

Istanbul, Brüssel, Paris und Wien. In all diesen europäischen Hauptstädten kam es am Samstag zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen, die Polizei setzte Tränengas ein. 

Mehr als 200 Festnahmen in der Türkei 

Die türkische Polizei nahm rund 212 Personen fest, die trotz des gegenwärtigen Corona-Versammlungsverbots Kundgebungen abhielten. Die Polizei riegelte in Istanbul die Straßen mit gepanzerten Fahrzeugen ab. Als Demonstranten dennoch versuchten, zum Platz zu marschieren, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Beamten gingen teilweise gewaltsam gegen die Demonstranten vor. Immer wieder drängten sie die Menge mit ihren Schilden zurück oder schleppten einzelne Teilnehmer gewaltsam fort.

Trotz Lockdown 

Wegen steigender Infektionszahlen gilt in der Türkei bis zum 17. Mai ein harter Lockdown. Die Menschen dürfen ihre Häuser nur aus triftigen Gründen verlassen; auch Geschäfte des nicht-täglichen Bedarfs sind geschlossen. Bei der Demonstration soll die Polizei auch einige Journalisten daran gehindert haben, die Proteste zu filmen. 

"Schwarzer Block" 

Auch in Paris eskalierten die Demonstrationen zum Tag der Arbeit. Nach Angaben der Polizei versuchten Anhänger des linksextremen "Schwarzen Blocks", den Protestmarsch der Gewerkschaften durch die französische Hauptstadt zu blockieren. 34 Menschen wurden demnach festgenommen, die Polizei setzte Tränengas ein. Die Demonstranten schlugen die Scheiben von Bankfilialen ein, setzten Mistkübel in Brand und bewarfen Polizisten mit verschiedenen Wurfgeschoßen. Mindestens ein Polizist wurde dabei verletzt. Laut dem Gewerkschaftsverband waren landesweit fast 300 Kundgebungen zum 1. Mai geplant, insgesamt wurden rund 100.000 Teilnehmer erwartet.

  

Illegales Massentreffen in Brüssel 

Ähnliche Eskalationen fanden in der belgischen Hauptstadt Brüssel statt: Zahlreiche Menschen bewarfen die Polizei am Samstag unter anderem mit Böllern und Flaschen, als die Einsatzkräfte den Stadtpark Bois de la Cambre räumen wollten. Hunderte Polizisten waren im Park vor Ort und es kamen auch mehrere Wasserwerfer und Tränengas zum Einsatz. Ein Hubschrauber kreiste über den Park. 

Auch Corona-Kritiker 

Unter den Teilnehmern in Brüssel waren besonders viele junge Menschen, aber auch etliche Kritiker der Corona-Maßnahmen. Die Veranstaltung, die auf Facebook angekündigt worden war, wurde von den Behörden bereits im Vorfeld verboten. Bereits Anfang April fand in dem beliebten Stadtpark ein ähnliches illegales Massentreffen statt. Damals trafen sich nach einem Aufruf im Internet bis zu 2.000 Menschen und feierten dort unter Missachtung der Corona-Regeln. Die Polizei löste die Veranstaltung auf. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen.



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