Demonstrant_APA

Asien-Gipfel

Polizei gegen Demonstranten

Während Staats- und Regierungschefs der EU-Länder mit Vertretern von 13 asiatischen Ländern am ASEM-Gipfel in Helsinki verhandeln, geht die Polizei brutal gegen Demonstranten vor.

Bei der Protestkundgebung einer Gruppe von Anarchisten gegen den heute (Sonntag) beginnenden ASEM-Gipfel in Helsinki hat die finnische Polizei am Samstagabend nach eigenen Angaben über 100 Personen vorübergehend festgenommen. Allderings wurden zahlreiche Vorwürfe laut, dass die Polizei unnötig brutal und wahllos gegen die Demonstranten vorgegangen sei.

Eskalation Freitagabend
Am Freitagabend war es bei einer angemeldeten Kundgebung der Anarchisten-Plattform "Smash ASEM" in der Nähe des finnischen Parlaments zu Ausschreitungen gekommen. Nachdem ein großes, mit Visierhelmen und Schutzschilden ausgerüstetes Polizeiaufgebot die 200-300 Demonstranten vollständig eingekreist hatte, warfen einige der Protestierer mit Flaschen und anderen Gegenständen.

Polizei geht willkürlich auf Passanten los
Augenzeugen haben der finnischen Polizei bei der Auflösung einer Protestkundgebung gegen den ASEM-Gipfel am Samstagabend in Helsinki unnötig brutales Vorgehen sowie Willkür vorgeworfen.

Laut zahlreichen am Sonntag unter Journalisten und im Internet kursierenden Augenzeugenberichten sollen Polizisten Demonstranten und möglicherweise auch unbeteiligte Schaulustige geschlagen und getreten haben. In mindestens einem Fall wurde beobachtet, wie ein Polizeihund zubiss. Unter den in Polizeigewahrsam genommenen Personen dürften sich auch unbeteiligte Passanten befinden.

Veröffentlichung von Fotos verhindert
Eine Reporterin der Helsinkier Tageszeitung "Hufvudstadsbladet" sagte der APA, sie sei vor Ort von der Polizei an der Arbeit gehindert worden. Ein Fotograf der selben Zeitung gab an, unter Druck gesetzt worden zu sein, Fotos von dem Polizeieinsatz nicht zu veröffentlichen.

Innenminister Kari Rajamäki lehnte am Sonntag eine Stellungnahme zu den Ereignissen vom Vortag gegenüber Medienvertretern vorerst ab.

Zahlreiche Personen festgenommen
Am Sonntag herrschte in Helsinki noch Unklarheit darüber, wie viele Menschen sich noch in Polizeigewahrsam befanden. Laut der finnischen Nachrichtenagentur STT wurden am Sonntag noch Dutzende Personen festgehalten. Lediglich Minderjährige seien von der Polizei noch in der Nacht auf Sonntag wieder freigelassen worden. Laut finnischer Gesetzeslage muss die Polizei innerhalb von 24 Stunden alle Festgehaltenen freilassen, wenn gegen sie keine konkreten Vorwürfe erhoben werden.

Angesichts der widersprüchlichen Angaben über den Ablauf der Ereignisse und Berichten über Verletzte forderte die Jugendorganisation der finnischen Linkspartei eine Untersuchung des Polizei-Einsatzes rund um eine angemeldete Demonstration der anarchistischen Plattform "Smash ASEM".

Umzug von 2000 Demonstranten
Davor waren an die 2.000 Demonstranten in einem friedlichen Umzug durch das Zentrum die finnische Hauptstadt gezogen. Mehrere NGOS wie die in China verbotene Meditationsbewegung Falun Gong organisierten am Samstag Protestaktionen gegen Menschenrechtsverletzungen in verschiedenen asiatischen Staaten wie China und Myanmar (Burma). Für den Sonntag waren weitere Kundgebungen angekündigt.

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