Schweizer Luftwaffenchef Knutti tritt zurück

Nach Bootsunfall

Schweizer Luftwaffenchef Knutti tritt zurück

Der Kommandant der Schweizer Luftwaffe, Korpskommandant Walter Knutti, tritt nach einem folgenschwerern Unfall zurück.

Knutti zieht damit die Konsequenzen aus dem tödlichen Schlauchbootunfall vom 12. Juni im Berner Oberland, wie aus einer Mitteilung des Schweizer Verteidigungsministeriums vom Freitag hervorgeht.

5 Tote bei Unglück
Ausschlaggebend für die Demission seien nicht vorschriftsgemäße Abläufe in der Kaderselektion bei der Luftwaffe, heißt es in der Mitteilung. Diese seien bei internen Überprüfungen nach dem Bootsunglück zutage getreten. So seien dem Armeechef Kandidaten für Generalstabslehrgänge vorgeschlagen worden, die nicht gemäß den gültigen Bestimmungen ausgewählt worden seien. Unter diesen regelwidrigen Vorschlägen war laut der Mitteilung auch der Kompaniekommandant, der die fatale Schlauchbootfahrt auf dem Fluss Kander organisiert hatte.

Die Verantwortung für die Selektion trage Luftwaffenchef Knutti. Dieser habe dem Chef der Armee, Roland Nef, deshalb seine sofortige Demission zu Handen des Bundesrates (Regierung) eingereicht. Knutti wird interimistisch durch Divisionär Markus Gygax ersetzt.

Beim Unfall auf der Kander waren wahrscheinlich fünf Armeeangehörige ums Leben gekommen. Vier Leichen wurden bereits geborgen, nach dem fünften Opfer wird nach wie vor gesucht. Gegen den Kompaniekommandanten, der beim Kentern der beiden Boote einen Kieferbruch erlitten hatte, ermittelt die Militärjustiz wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung.

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