Hotelzimmerleiche

Tote in der Schweiz führt zu Millionen-Betrug

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Der Ehemann hatte einige Tage neben der Leiche im Hotezimmer verbracht. Im Abschiedsbrief fand die Polizei Hinweise auf Millionenbetrügereien.

Der gewaltsame Tod einer 27-Jährigen in einem Zürcher Hotel hat die Schweizer Polizei auf die Spur eines Anlagebetrugs über 20 Millionen Franken (12,1 Millionen Euro) gebracht. Der 44-jährige Ehemann sowie zwei mutmaßliche Mittäter wurden verhaftet. Rund 1.500 Kunden wurden bei dem Betrug geschädigt. Zwei Ermittlungsverfahren laufen.

Leiche ohne Verletzungen
Angestellte eines Hotels in der Zürcher Innenstadt fanden am 1. Oktober einen zunächst nicht ansprechbaren verletzten Mann in einem Hotelbett, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Der 44-jährige Mann hatte seinen Aufenthalt im Hotelzimmer mehrmals telefonisch verlängert, dann aber nicht rechtzeitig ausgecheckt. Neben ihm lag die Leiche seiner 27 Jahre alten Ehefrau, die keinerlei Verletzungen aufwies. Der Verletzte wurde im Zürcher Universitätsspital notoperiert.

Gemeinsamer Suizidversuch?
Auf Grund eines Abschiedsbriefs im Hotelzimmer und der konkreten Fundsituation ging die Polizei zunächst von einem gemeinsamen Suizidversuch aus. Die weiteren Ermittlungen hätten jedoch den dringenden Verdacht auf ein Tötungsdelikt ergeben, heißt es weiter. Der Mann sei in Untersuchungshaft gesetzt worden und sei grundsätzlich geständig, seine Ehefrau erdrosselt zu haben.

Motiv wird untersucht
Der genaue Tathergang, die Tathintergründe und namentlich das von ihm geltend gemachte Motiv seien derzeit Gegenstand eingehender Ermittlungen. "Wir sind in der Phase der Überprüfung", sagte der zuständige Staatsanwalt Alexander Knauss auf Anfrage. "Wir wollen die Geschichte rekonstruieren, um Rückschlüsse auf das Motiv zu erhalten."

Betrugshinweise im Abschiedsbrief
Im Abschiedsbrief hat der Mann laut Staatsanwaltschaft Hinweise auf einen Anlagebetrug über 20 Millionen Franken zum Nachteil von rund 1.600 Kunden einer Vermögensverwaltungsgesellschaft gemacht. "Das ist eine absolut seltene Kombination; ein Tötungs- und ein Wirtschaftsdelikt in diesen Dimensionen", sagte Knauss weiter.

Zwei Festnahmen
Während der Ermittlungen wurden zwei mutmaßliche Mittäter des Mannes in Untersuchungshaft gesetzt und umfangreiche Hausdurchsuchungen in den Kantonen Zürich, Zug und Schwyz durchgeführt. Den drei Verhafteten wird vorgeworfen, ihren Kunden während längerer Zeit die massiven Verluste arglistig verschwiegen zu haben.

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