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Schweinegrippe

WHO erhöht Warnstufe auf 4

Das Virus ist nun in Europa: In Spanien und GB gibt es schon ernsthaft Erkrankte. Die EU hat eine Krisensitzung einberufen. Unterdessen wurde bekannt, dass bereits 152 Menschen in Mexiko an der Krankheit gestorben sind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der weiteren Ausbreitung der Schweinegrippe die Pandemie-Warnstufe von derzeit drei auf vier erhöht. Die Entscheidung ist nach Krisenberatungen mit Grippeexperten aus der ganzen Welt gefallen.

Die WHO-Pandemie-Skala
Phase 1: Kein neuer Influenzavirus-Subtyp beim Menschen feststellbar. Das Risiko von menschlichen Infektionen durch ev. zirkulierende tierpathogene Influenzaviren wird als gering eingestuft, auch wenn diese bereits Erkrankungsfälle beim Menschen ausgelöst haben sollten.
Phase 2: Wie oben, aber zirkulierende tierpathogene Influenzaviren stellen ein beträchtliches Risiko für humane Erkrankungen dar.
Phase 3: Humane(r) Erkrankungsfall/-fälle durch einen neuen Influenzavirus-Subtyp, aber keine Mensch zu Mensch - Übertragung bzw. nur äußerst selten bei sehr engem Kontakt. Dies galt bisher für die Situation rund um die H5N1-Vogelgrippe.
Phase 4: Limitierte Mensch zu Mensch - Übertragung streng lokal begrenzt.
Phase 5: Größere Ausbrüche, aber Mensch zu Mensch - Übertragung noch lokal begrenzt.
Phase 6: Pandemie: zunehmende und anhaltende Ausbreitung in der Bevölkerung. Pandemie erreicht Österreich oder angrenzendes Ausland.

Eindämmung kaum möglich
Der stellvertretende WHO-Generaldirektor Keiji Fukuda sagte, eine Eindämmung sei derzeit kaum möglich, da das Virus sich bereits auf mehrere Länder ausgebreitet habe.

Unterdessen steigt die Zahl der mutmaßlichen Opfer in Mexiko immer weiter an. Bisher sind vermutlich 152 Menschen an der Grippe gestorben. Bisher wiesen die Behörden den Erreger A/H1N1 bei 20 Toten nach, die Zahl der wegen einer mutmaßlichen Schweinegrippe-Infektion behandelten Patienten stieg auf 1.614.

Einen Bericht aus Mexiko-Stadt lesen Sie hier

Erste Fälle in Europa
In Großbritannien sind die ersten Fälle von Schweinegrippe bestätigt. Zwei Menschen, die aus Mexiko nach Schottland zurückgekehrt sind, tragen das Virus in sich. Zuletzt hatten die britischen Behörden 17 Verdachtsfälle geprüft.

Zweiter Fall in Spanien bestätigt
In Spanien ist ein zweiter Fall von Schweinegrippe aufgetreten. Bei einem Patienten in der ostspanischen Hafenstadt Valencia bestätigte sich der Verdacht. Der Erkrankte befand sich auf dem Wege der Besserung und kann schon bald aus dem Krankenhaus entlassen werden. Auch der erste Erkrankte ist auf dem Weg der Besserung.

Verdacht in Italien und der Schweiz
In Venedig ist eine 31-jährige Frau wegen Verdachts auf eine Virus-Erkrankung ins Krankenhaus gebracht worden. Der Gesundheitszustand der Frau ist nicht besorgniserregend, sie schwebt auch nicht in Lebensgefahr. Auch die Gesundheitsbehörden des Schweizer Kantons Aargau haben am Montag einen Schweinegrippe-Verdachtsfall gemeldet.

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Krisensitzungen
Wegen der bedrohlichen Ausbreitung der Schweinepest plant die EU gleich eine Serie von Krisensitzungen. EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou reiste am Montag nach Luxemburg, um mit den EU-Außenministern über mögliche Schutzvorkehrungen zu sprechen.

Donnerstag: Treffen der Gesundheitsminister
Für den Nachmittag wurde außerdem ein Treffen von Gesundheitsexperten der 27 EU-Mitgliedstaaten in Brüssel einberufen. Am Donnerstag kommen dann die EU-Gesundheitsminister zu einer Sondersitzung zusammen, teilte die tschechische EU-Ratspräsidentschaft mit. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso: "Die EU-Kommission verfolgt die Entwicklung sehr genau."

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Grafik: (c) AP

Virus erreicht Austrialien und Asien
In Australien stieg die Zahl der Verdachtsfälle sprunghaft auf 45 an. In allen australischen Bundesstaaten mit Ausnahme eines einzigen Bundesstaats wurden Fälle bekannt.

Auch in Südkorea wird mittlerweile eine Frau nach einem Aufenthalt in Mexiko auf eine mögliche Schweinegrippe-Infektion getestet. Sie und zwei weitere Personen hätten Berichten zufolge entsprechende Symptome aufgewiesen, teilten die Gesundheitsbehörden in Seoul am Dienstag mit.

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