Die spanischen Behörden befürchten bis zu 43 Tote bei dem schweren Zugsunglück vom Sonntagabend in Andalusien.
Es lägen 43 Vermisstenanzeigen vor, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska in der Nacht auf Dienstag. 41 Tote waren zu diesem Zeitpunkt geborgen worden. "Drei der von den Sicherheitskräften am Fundort gesichteten Leichen befinden sich noch im Zug Avila", fügte der Minister hinzu.
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Bis zum Morgen konnte eine weitere Leiche aus den Trümmern geborgen werden, womit die Zahl der bestätigten Todesopfer nach Polizeiangaben auf 41 stieg. Von den mehr als 170 Verletzten schwebte Medienberichten zufolge niemand mehr in Lebensgefahr.
Hinweise, dass sich auch Österreicher unter den Opfern befinden würden, gab es zunächst keine. Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin teilte am Montagabend mit: "Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben."
Züge kollidiert
Am Sonntagabend waren zwei in entgegengesetzte Richtungen fahrende Hochgeschwindigkeitszüge nördlich von Córdoba kollidiert und entgleist. Als Ursache für die Katastrophe wurde ein Bruch einer Schiene nicht ausgeschlossen. Verkehrsminister Óscar Puente betonte jedoch, es werde mindestens Tage oder auch Wochen dauern, bis es belastbare Erkenntnisse über die Ursachen für den Unfall gebe.
Am Nachmittag wurde auch das spanische Königspaar am Unglücksort erwartet. König Felipe VI. und Königin Letizia waren vorzeitig aus Athen zurückgekehrt, wo sie an der Beisetzung von Irene von Griechenland, der Schwester der spanischen Altkönigin Sofía, teilgenommen hatten.