38 Tote bei schwersten Kämpfen seit Monaten

An Irak-Grenze

38 Tote bei schwersten Kämpfen seit Monaten

Die schwersten Kämpfe seit Monaten haben an der türkisch-irakischen Grenze 15 Soldaten und mehr als 20 kurdischen Rebellen das Leben gekostet.

Rebellen griffen laut Militärangaben am Freitag einen militärischen Außenposten in der türkischen Ortschaft Aktütün an, rund zehn Kilometer nördlich der irakischen Grenze. Bei einem Gegenangriff auf Stellungen der Rebellen im Nordirak hätten die türkischen Streitkräfte Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt und mindestens 23 Aufständische getötet.

Krisensitzung in der Türkei
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan brach aufgrund der neuen Gewalt einen Besuch in Turkmenistan ab und kehrte zu einer Krisensitzung in die Türkei zurück. Staatspräsident Abdullah Gül sagte einen für Sonntag geplanten Besuch in Frankreich ab. "Wie hoch der Preis auch sein mag, der Kampf wird in vollem Umfang weitergehen", kündigte er vor einem Treffen mit Generalstabschef Ilker Basbug an.

Das türkische Außenministerium forderte den Irak auf, die kurdischen Rebellen zu verfolgen und künftig ähnliche Angriffe zu verhindern. "Wir erwarten, dass der Irak seiner Verantwortung gerecht wird", erklärte das Ministerium. Die irakische Regierung verurteilte den Angriff und rief zugleich die Türkei auf, bedacht und mit Zurückhaltung zu reagieren. Präsident Jalal Talabani schlug nach türkischen Angaben bei einem Gespräch mit seinem Kollegen Gül eine Wiederaufnahme von Sicherheitsgesprächen vor. Auch die Europäische Union, die NATO und die US-Botschaft in Ankara verurteilten den Angriff auf den Militärposten.

Folgenschwerste Kämpfe seit Februar
Damals meldete die Türkei nach einer Offensive gegen die Rebellen hunderte Tote. Die kurdische Untergrundorganisation PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) kämpft seit 1984 im Südosten der Türkei und im Norden Iraks für Autonomie. Bei dem Angriff am Freitag setzten die Aufständischen nach einem Bericht auf der Website der prokurdischen Nachrichtenagentur Firat auch Raketenwerfer ein. Ein PKK-Sprecher erklärte, der Armeeposten sei von vier Seiten angegriffen worden. Der Kampf gehe weiter.

Zehntausende Türken versammelten sich am Sonntag in mehreren Städten zu Trauerkundgebungen für die getöteten Soldaten. Bei der Beisetzung eines Getöteten in Diyarbakir wurde vor allem der Ruf nach einem schärferen Vorgehen gegen die Rebellen laut. Vor dem Parlamentsgebäude in Ankara riefen Demonstranten: "Nieder mit der PKK." In der kommenden Woche entscheidet das Parlament über eine Fortsetzung der Militäroffensive über die Grenze hinweg. Die bisherige Autorisierung der Streitkräfte, in den Irak vorzudringen, läuft am 17. Oktober aus.

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