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Bolivien beendet Arbeit mit US-Drogenfahndern

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Der Botschafter der USA wurde ausgewiesen, dann wurden die US-Handelsvorteile für La Paz gestrichen. Jetzt folgt der nächste Knalleffekt.

Bolivien will künftig nicht mehr mit der US-Anti-Drogenbehörde DEA zusammenarbeiten. Bei einem Besuch in der Koka-Anbauregion Chapare sagte Staatschef Evo Morales am Samstag, die Aktivitäten der DEA in Bolivien sollten ab sofort eingestellt werden. Morales warf den Mitarbeitern der US-Behörde vor, Proteste gegen seine linksgerichtete Regierung unterstützt zu haben, bei denen im September 19 Menschen ums Leben kamen. Ob die Behördenmitarbeiter das südamerikanische Land verlassen müssen, wurde zunächst nicht bekannt.

Washington hatte Bolivien jüngst damit gedroht, wegen mangelnder Zusammenarbeit von Morales' Regierung im Kampf gegen den Drogenhandel Zollerleichterungen für bolivianische Exporte in die USA aufzuheben. Im September hatte Bolivien den US-Botschafter ausgewiesen. Auch ihm hatte Morales vorgeworfen, die Autonomiebestrebungen der reichen Regionen in dem Andenstaat unterstützt zu haben.

Morales war einst selbst Kokabauer und hatte sich nach seinem Amtsantritt Anfang 2006 zum Entsetzen der USA die Ausweitung des Anbaus des Drogenrohstoffs Koka zum Ziel gesetzt. Der linksgerichtete Morales ist ein scharfer Kritiker von US-Präsident George W. Bush.

In der vergangenen Woche strichen die USA dem südamerikanischen Land wichtige Handelsvorteile. Als Grund wurden mangelnde Fortschritte im Kampf gegen den Drogenanbau angeführt. Morales sagte dagegen am Samstag, seine Regierung habe in diesem Jahr 5.000 Hektar illegaler Koka-Pflanzungen vernichtet.

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