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Vor NATO-Gipfel

Dutzende Tote bei Gefechten in Afghanistan

Spirale der Gewalt in Afghanistan: Bei einem Selbstmord-Anschlag starben 15 Menschen, bei Gefechten weitere 55.

Kurz vor dem NATO-Gipfel in Riga mit Afghanistan als einem der Hauptthemen sind bei schweren Kämpfen und einem Selbstmordanschlag in dem Hindukusch-Land am Wochenende nach jüngsten Berichten mehr als 70 Menschen getötet worden. Gefechte in Südafghanistan - darunter auch Kämpfe im Distrikt Pandschwai, wo Deutschland eine Straße bauen will, - kosteten nach Angaben der Internationalen Schutztruppe ISAF vom Sonntag rund 55 radikal-islamische Rebellen und einen ISAF-Soldaten das Leben.

Bei einem Selbstmordanschlag riss der Attentäter am Sonntag in der südostafghanischen Provinz Paktika nach letzten offiziellen afghanischen Angaben 15 Menschen in den Tod. Unter den 24 Verletzten waren ein hoher afghanischer Offizier und ein Distriktleiter, denen mutmaßlich der Anschlag galt, sowie mehrere Soldaten.

NATO-Gipfel am Dienstag
Bei dem am Dienstag beginnenden NATO-Gipfel in Riga wird es auch um den umkämpften Süden Afghanistans gehen. NATO-Verbündete wie die USA und Großbritannien wünschen sich deutsche Truppen im Kampfgebiet, was die Berlin ablehnt. Deutschland will sich aber stärker beim Wiederaufbau im Süden engagieren und plant den Bau einer 4,5 Kilometer langen Straße im unruhigen Distrikt Pandschwai. Die Bundeswehr ist mit derzeit rund 2900 Soldaten der drittgrößte Truppensteller in Afghanistan.

Mut der Soldaten gelobt
NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer lobte unterdessen den Mut der deutschen Bundeswehr in Afghanistan. "Die Bundeswehr muß sich in Sachen Mut und Professionalität im Einsatz hinter niemandem verstecken. Deutschland ist einer der größten NATO- Truppensteller und es hat seinen Beitrag in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht. Da kann man wohl kaum von fehlendem Willen der Bundesregierung sprechen", sagte er in einem Interview.



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