76-jährig verstorben

Islamkritikerin Oriana Fallaci verlor Kampf gegen Krebs

Die italienische Journalistin und vehemente Islamkritikerin ist in der Nacht auf Freitag in einem Krankenhaus in Florenz gestorben.

Die 76-jährige Journalistin starb in ihrer Geburtsstadt Florenz an ihrer Krebserkrankung, gegen die sie bereits seit Jahren angekämpft hatte. Sie wird auf eigenen Wunsch hin privat beigesetzt, teilte die Familie der Autorin mit. Die Journalistin war bereits vor einigen Tagen in ein Krankenhaus in Florenz eingeliefert worden, um behandelt zu werden. Fallaci litt an Lungenkrebs.

Die zuletzt in New York lebende Fallaci feierte als islamkritische Autorin große Erfolge, allein von ihrem Buch "Die Wut und der Stolz" (2001), das in 20 Sprachen übersetzt wurde, wurden rund zwei Millionen Exemplare verkauft. Seitdem sie nach den Anschlägen des 11. September 2001 ihre jahrelange Zurückgezogenheit aufgegeben hatte, erntete Fallaci mit ihren auch als rundweg islamfeindlich kritisierten Texten große Zustimmung, aber auch erbitterte Kritik.

In der lombardischen Stadt Bergamo hatte erst kürzlich ein Prozess wegen "Verunglimpfung der islamischen Religion" gegen sie begonnen, weil sie sich in ihrem Buch "Die Kraft der Vernunft" beleidigend über den Islam geäußert haben soll.

Fallaci war jahrzehntelang als Journalistin in islamischen Ländern tätig. Schon damals sorgte sie für Schlagzeilen, etwa, als sie zu dem verdutzten iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini bei einem Interview im Jahr 1979 sagte: "Ich nehme den Tschador ab, der für mich ein dummer Lumpen aus dem Mittelalter ist."

Als sie zuvor im Jahr 1972 den damaligen äthiopischen Kaiser Haile Selassie interviewen wollte, monierten dessen Höflinge, dass sie Hosen trage. " Sagen sie Seiner Majestät, dass ich entweder in Hosen oder nackt komme" , konterte die streitbare Italienerin.

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