Kanada

Quebec als eigene Nation anerkannt

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Das Parlament hat eine Resolution verabschiedet. An der verfassungsrechtlichen Stellung der Provinz ändert sich dadurch nichts.

Das französischsprachige Quebec hat jetzt offiziell den Status einer eigenen Nation innerhalb von Kanada. Das Parlament in Toronto verabschiedete am Montag eine entsprechende Entschließung der konservativen Regierung, mit der Ministerpräsident Stephen Harper einem geplanten Vorstoß der Partei Bloc Quebecois zuvorkam.

Symbolische Bedeutung
Die mit großer Mehrheit angenommene Entscheidung hat vor allem symbolische Bedeutung. An der verfassungsrechtlichen Stellung der Provinz ändert sich dadurch nichts. Die Bevölkerung von Quebec hat zwei Mal eine Unabhängigkeit von Kanada in Volksabstimmungen abgelehnt, zuletzt 1995 mit knapper Mehrheit.

Unmittelbar vor der Abstimmung reichte der Minister für Regierungsangelegenheiten und Sport, Michael Chong, aus Protest gegen den Resolutionstext seinen Rücktritt ein. Er sah darin eine Anerkennung des "ethnischen Nationalismus". Die Gegner der Resolution sehen in dem Text eine Gefahr für Kanadas Einheit. Die Unabhängigkeitsbefürworter in Quebec streben eine dritte Volksabstimmung zur Unabhängigkeit der frankophonen Provinz an.

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