stinkefinger

Vulgär-Attacke

Tschechiens Finanzminister zeigt Stinkefinger

Der christdemokratische Finanzminister Tschechiens ließ sich bei einer Parlaments-Debatte gehen: Mirosloav Kalousek zeigte den Stinkefinger.

Das tschechische Abgeordnetenhaus hat erneut einen vulgären Meinungsaustausch erlebt. Der christdemokratische (KDU-CSL) Finanzminister Miroslav Kalousek zeigte dem mittelböhmischen Kreishauptmann aus der oppositionellen Sozialdemokratie (CSSD), David Rath, in der Parlamentssitzung den "Stinkefinger". Rath, der für seine provokativen Äußerungen bekannt ist, hatte zuvor den Minister als "geistgestört" bezeichnet, berichteten die tschechischen Medien am Donnerstag.

In der Parlaments-Debatte, die im Fernsehen übertragen wurde, ging es um die umstrittenen direkten Zahlungen der Patienten beim Arzt, die die Opposition gegen den Willen der Koalition abschaffen will. Rath erklärte dabei, Kalousek sei ein "lebendiger Beweis dafür, dass unser Gesundheitswesen sich ungenügend um die Geistesgestörten kümmert". Kalousek reagierte darauf mit der Geste, wozu er später noch den Ausdruck "Pöbel" hinzufügte.

"Nerven verloren"
Der Parteichef von Kalousek, Vizepremier Jiri Cunek, versuchte seinen Parteikollegen zu entschuldigen. "Herr Kalousek hat die Nerven verloren. Ich bin darüber nicht erfreut", meinte Cunek, der den Minister zunächst nicht drängen wollte, sich bei Rath zu entschuldigen. "Vielleicht wird auch auf ihn (Kalousek) knapp vor den Weihnachtsfeiertagen der Advent wirken", so Cunek.

Eine "Stinkefinger"-Story hatte das tschechische Abgeordnetenhaus bereits 2007 erlebt. Damals verwendete Premier Mirek Topolanek diese Geste gegen die Oppositions-Bänke. Der Regierungschef entschuldigte sich später dafür. Die Entschuldigung rettete ihn womöglich vor einer Geldbuße: Der Mandats- und Immunitätsausschuss des Abgeordnetenhauses befriedigte sich mit der Feststellung, dass die Geste Topolaneks "unangebracht" und "unzulässig" gewesen sei.



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