US-Offensive bei Nacktscannern

Europa weiter uneins

US-Offensive bei Nacktscannern

Der „Unterhosenbomber“ von Detroit hat die Europäische Union wachgerüttelt. Sie ringt um Maßnahmen gegen Islam-Terroristen.

Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus wollen die USA verstärkt auf den Gebrauch von Nacktscannern setzen. Im kommenden Jahr wird die USA die Zahl der umstrittenen Scanner auf amerikanischen Flughäfen von derzeit 40 auf insgesamt über 450 Geräte aufstocken, kündigte die US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano bei dem Treffen mit den europäischen Innenministern im spanischen Toledo am Donnerstag an. Österreich ist durch Innenministerin Maria Fekter und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner vertreten.

USA zufrieden. Man hätte bei der Erkennung von Sprengstoff gute Erfahrungen mit den Körperscannern gemacht, sagte Napolitano. Dennoch wollen die USA keinen Druck auf die Europäische Union ausüben, um auch auf europäischen Flughäfen diese Sicherheitstechnik einzuführen. Es gebe viele Methoden und Techniken, die Sicherheit auf Flügen und Flughäfen zu erhöhen, sagte die Ministerin.

EU weiter gespalten. Unterdessen gibt es innerhalb der EU weiterhin keinen Konsens über die Technologie. Während Großbritannien und die Niederlande die Körperscanner bisher testweise zur Suche nach Waffen und Sprengstoff nutzen, stehen andere EU-Staaten dem Einsatz von Körperscannern noch skeptisch gegenüber.

Österreich bremst. Fekter gibt sich zu dem Thema zurückhaltend und verweist auf das zuständige Verkehrsministerium. Ein dezidiertes Nein, vor allem gegen Röntgen-Scanner, kommt – wie ÖSTERREICH berichtete – von den Gesundheitssprechern aller Parteien. Vor allem Vielflieger, Schwangere und Kinder seien einer unnötigen Strahlenbelastung ausgesetzt. Experten warnen sogar vor Krebsgefahr.

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