Die US-Streitkräfte erwarten eine Taliban-Offensive. Mit der überlegten Truppenaufstockung üben sie indirekte Kritik an den Verbündeten.
In Erwartung einer Offensive der radikal-islamischen Taliban-Rebellen im Frühjahr erwägen die USA die Entsendung von 3.000 zusätzlichen Soldaten nach Afghanistan. Eine entsprechende Empfehlung von US-Kommandanten solle am Freitag Verteidigungsminister Robert Gates vorgelegt werden, sagte ein Pentagon-Sprecher am Mittwoch. Eine Entscheidung sei dann noch nicht zu erwarten. Gates sei aber zunehmend zu der Ansicht gelangt, dass die US-Armee in Afghanistan zusätzliche Truppen benötige.
Indirekte Kritik an den eigenen Alliierten
"Unsere Alliierten
können diese nicht zur Verfügung stellen, jetzt sieht es so aus, als müssten
wir diese zusätzliche Last auf uns nehmen", sagte der Sprecher. Im Rahmen
des NATO-geführten ISAF-Einsatzes sind derzeit rund 40.000 Soldaten in
Afghanistan stationiert. Die USA haben derzeit rund 26.000 Soldaten dorthin
entsandt. Neben der ISAF operiert auch noch die US-geführte
Anti-Terrorkoalition Operation Enduring Freedom (OEF) dort. Das Land am
Hindukusch kommt nicht zur Ruhe: Seit dem Sturz der Taliban 2001 durch die
US-geführte Invasion infolge der Anschläge vom 11. September war 2007 das
blutigste Jahr.