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Spannung in Belgrad

Verrückter konnte entwaffnet werden

Ein jahrelanger Rechtsstreit um einen Baugrund in Belgrad soll das Motiv für das Eindringen eines 57-jährigen, mit zwei Handgranaten ausgerüsteten Mannes, in den Amtssitz des serbischen Präsidenten Boris Tadic am Donnerstagnachmittag gewesen sein.

Serbische Polizisten haben am Donnerstagnachmittag jenen Mann entwaffnet, der gegen Mittag mit zwei Handgranaten in den Amtssitz von Präsident Boris Tadic eingedrungen war und drohte, sich in die Luft zu sprengen. Der Wachdienst des serbischen Staatschefs hatte dem 57-jährigen Firmenbesitzer aus dem zentralserbischen Valjevo eine Handgranate gleich am Eingang weggenommen. Nach langen Verhandlungen gelang es der Polizei, kurz vor 17.00 Uhr auch an jene entsicherte Granate zu kommen, welche der Angreifer die ganze Zeit in der Hand hielt.

Tadic kam trotzdem
Wie der Sender B-92 unter Berufung auf eine Sprecherin Tadics berichtete, halten die Verhandlungen mit dem Angreifer, der einen langjährigen juristischen Streit als Motiv für seine Tat angab, im Amtssitz des Präsidenten weiterhin an. Tadic war kurz nach 14.00 Uhr in seinen Amtssitz gekommen, als die Verhandlungen der Polizei mit dem Angreifer noch im Laufe waren.

Schon einmal Aufsehen
Der Angreifer hatte im Jahre 2004 für öffentliches Aufsehen mit einem 80-tägigen Hungerstreik vor dem serbischen Parlament gesorgt. Das Motiv war offenbar dasselbe wie heute - der Rechtsstreit, in den auch die staatliche Luftfahrtgesellschaft JAT verwickelt sein sollte.

Rechtsstreit
Der Firmenbesitzer aus Valjevo war in den 1980er Jahren im ehemaligen Jugoslawien als erster Privatunternehmer bekanntgeworden, der TV-Geräte führender Weltmarken wie Sony importierte und sie landesweit wesentlich billiger als staatliche Konkurrenzfirmen verkaufte. Seine rechtlichen Probleme dürften damit in Verbindung stehen.



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