Boston

Boston-Terror

"Wir überlebten Bomben-Terror"

41 Österreicher beim Marathon - Geschockt, aber kein Läufer wurde verletzt. 

Die meisten der 41 Österreicher waren bereits im Ziel und damit in Sicherheit, als die Bomben hochgingen. Josef Egger aus Vösendorf (NÖ), der zehn Sportler und acht Begleitpersonen betreute, war rund einen halben Kilometer vom Ziel entfernt, als es zu den Explosionen kam: „Wir bogen gerade in die Boylston Street ein, als es zum ersten Mal krachte.Dann folgte der zweite Knall. Ich sah den Feuerball, Rauch stieg auf, die Luft roch verbrannt. Hier muss etwas Schlimmes passiert, war mein Gedanke“, schildert er ÖSTERREICH.

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    Unter den Läufern auch ein Lauf-Trio aus Oberösterreich mit Pfarrer Gerhard Kobler aus Haslach. Sie blieben ebenso unverletzt wie der Wiener Anwalt Niko Vavrovsky. Die erste Gruppe der Österreicher wird heute am frühen Nachmittag in Wien-Schwechat ankommen.

    werden bereits heute am frühen Nachmittag in Wien-Schwechat Gruppe, werden heute wieder nach Österreich zurückkommen.

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      G. Haller-Peck, Burgenland
      „Ich bin geschockt“, sagt Marathon-Frau Gertraud Haller-Peck zu ÖSTERREICH: „Was wollten die Täter damit nur erreichen?“ Gertraud Haller-Peck lief den Boston-Marathon in 3:23 Stunden: „Ich hatte unglaubliches Glück. Als ich durch die lange Zielgerade gelaufen bin“, sagt sie zu ÖSTERREICH, „war da noch Jubel, gute Stimmung.“

      Im Ziel umarmte sie ihre Tochter Carmen (35) und ihre Nichte Claudia Fangl. Die beiden hatten sie zum Marathon nach Boston begleitet: „Ich lauf nur schnell ins Hotel“, sagte sie zu ihren Begleiterinnen, „duschen, essen, umziehen.“ Augenblicke später der Knall. Ihre Nichte Claudia Fangl schildert die Dramatik:

      „Waren nur 300 Meter von erster Bombe entfernt“
      ÖSTERREICH: Sie haben die Explosionen gesehen ...
      Claudia Fangl:
      Ja, Carmen und ich, wir sind im Ziel gestanden, nur 300 Meter von der ersten Bombe entfernt. Die Gertraud war schon Richtung Hotel unterwegs. Dann der furchtbare Knall. Erst haben wir gedacht, da ist eine Kanone abgeschossen worden. Dann der zweite Knall.

      ÖSTERREICH: Wie haben die Menschen reagiert?
      Claudia Fangl:
      Wir haben Schreie gehört, den Rauch gesehen. Dann die Ohnmacht der verletzten Menschen, die herumirrten. Unter den Läufern, die gerade ins Ziel gekommen sind, ist blanke Panik ausgebrochen. Niemand hat im ersten Moment gewusst, was zu tun ist. Erst langsam ist durchgesickert, was wirklich geschehen ist.

      ÖSTERREICH: Wer könnte hinter dem Anschlag stecken?
      CLaudia Fangl:
      Wir haben keine Vorstellung, wer zu so einem Gräuel fähig ist. Wir wollten letztlich nur mehr weg, raus aus dem schlimmen Chaos.

      Josef Glätzle (62), Tirol
      ÖSTERREICH:
      Wie verlief Ihr Marathon vor der Bombe?
      Josef Glätzle:
      Es begann großartig: Wetter, Stimmung, alles. Für mich war es ein Triumph, nachdem ich hier den sechsten der großen Marathons lief – nach New York, Tokio, Chicago, London und Berlin. Ich dachte noch über die ­Sicherheitsmaßnahmen nach. Ich sah Hundestaffeln, Scharfschützen auf Gebäuden. Ich schnappte mir die Österreich-Fahne und lief durchs Ziel.

      ÖSTERREICH: Doch dann ­änderte sich alles …
      Glätzle:
      Ich hörte dieses Krachen, es war wirklich brutal laut. Ich bin total erschrocken. Dann der zweite Knall. Jemand fragte noch, ob schon ein Feuerwerk losging. Doch dann kamen weinende Menschen gelaufen.

      ÖSTERREICH: Wann ahnten Sie, dass es eine Bombe war?
      Glätzle:
      Jemand rief „Bomben“, um mich waren alle total geschockt. Ich sorgte mich gleich um meine Frau Kornelia, die 500 Meter vor dem Ziel im Publikum stand. Es dauerte eine Weile, bis ich sie telefonisch erreichte. Das waren bange Minuten.

      ÖSTERREICH: Was sind Ihre Gedanken?
      Glätzle:
      (weinend) Wie kann jemand so ein fröhliches Fest in ein Blutbad verwandeln, ein Sportereignis, bei dem sich Zehntausende selbst überwinden. Es ist furchtbar. Und auch sehr traurig.

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