29. September 2006 13:52

Handy Pleite 

Taiwanesen weisen Vorwürfe zurück

Der Elektonikkonzern reagiert auf die Anschuldigung von Siemens – " BenQ haben die deutsche mobile Sparte nicht ausgeplündert"

Taiwanesen weisen Vorwürfe zurück
© EPA

Der taiwanesische BenQ-Konzern hat nach eigenen Angaben seit der Übernahme des ehemals zu Siemens gehörenden Handy-Geschäfts vor einem Jahr einen Verlust von umgerechnet 840 Mio. Euro gemacht. Wie Benq-Sprecher Eric Yu am Freitag in Taipeh sagte, habe das Unternehmen mit allen Mitteln versucht, die Verluste zu stoppen, aber es sei nicht gelungen. Hauptsächlich durch Verzögerungen in Forschung und Entwicklung sei diese Schieflage entstanden.

Zuvor habe das Unternehmen bereits zwei Werke in Mexiko und Taiwan schließen müssen. Die Produktion solle aber auf schmalerer Basis weiter geführt werden. Das Unternehmen hat Werke in Shanghai, Suzhou und in Brasilien sowie Forschungs-und Entwicklungszentren in Taiwan, Peking und Brasilien.

Der taiwanische Elektronikkonzern BenQ hat Vorwürfe aus der deutschen Politik und der IG Metall zurückgewiesen, er habe die deutsche BenQ Mobile systematisch ausgeplündert und in die Insolvenz getrieben. "Wir haben niemals geplant, so etwas zu tun", sagte BenQ-Finanzchef Eric Yu am Freitag in Taipeh. Solche Aussagen entsprächen nicht der Realität. Die frühere Siemens Mobile hatte am Freitag Insolvenzantrag gestellt, nachdem BenQ ihr den Geldhahn zugedreht hatte.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sagte bei einem Besuch im BenQ-Mobile-Werk in Kamp-Lintfort, der Betriebsrat habe die Frage aufgeworfen, ob der Betrieb in Deutschland "systematisch kannibalisiert" worden und ob gezielt eine Insolvenz herbeigeführt worden sei. "Wenn das stimmt, muss das gerichtliche Konsequenzen haben" , forderte der Politiker. "Die Menschen haben ein Recht, dass solchen Hinweisen nachgegangen wird."

Streitpunkt: Siemens-Patente
Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Chef Detlef Wetzel sagte, es gebe Anzeichen, dass es beim Übergang auf BenQ Strukturen gegen habe, die Risiken ungerecht auf einzelne Konzerngesellschaften verteilten. Es könne sein, dass die deutschen Werke damit kaputtgemacht werden sollten "und die Patente in Taipeh im Panzerschrank liegen". "Gemessen daran, was Siemens und BenQ getan haben, ist die normale Heuschrecke ein harmloses Haustier", sagte der Gewerkschafter. Yu bestätigte, die Patente der Siemens-Sparte seien mit dem Kauf vor einem Jahr auf BenQ übergegangen.




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