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City-Wheel: Neues Einstiegsgerät im Test

Elektro-Einrad

City-Wheel: Neues Einstiegsgerät im Test

Im Sommer 2013 sind die City-Wheels in Österreich gestartet. Bisher sieht man aber noch nicht allzu viele dieser elektrisch angetriebenen Fortbewegungsmittel durch die heimischen Städte flitzen. Doch das soll sich nun ändern. Denn ab sofort gibt es ein neues Einsteigergerät des elektrischen Einrads, das sich als Ergänzung zu E-Bikes und Öffis als flexibles Fortbewegungsmittel für Freizeit und Alltag sieht. Da mit dem neuen Modell erstmals die 1.000 Euro-Marke unterschritten wird, erhofft sich Werner Holub, Geschäftsführer von City Wheel, einen Absatzboom. Wir haben das neue Gerät, das auf die Bezeichnung AW X5 hört, in den vergangenen zwei Wochen ausführlich getestet. Darüber hinaus konnten wir uns auch einen Eindruck über das etwas teurere und zweirädrige Modell AW Q3 machen:

citywheel_test_story1.jpg © www.city-wheel.at
Das Modell AW X5 (links) kostet 999 Euro, für das AW Q3 werden 1.400 Euro fällig.

Testeindrücke
Bevor man mit dem City-Wheel elegant durch die Gegend rollt, braucht es einige Zeit an Übung. Am einfachsten lernt man den Umgang mit dem elektrischen Einrad mit einer zweiten Person. Diese kann bei den ersten Fahrversuchen neben einem her laufen und immer dann helfen, wenn der Fahrer aus dem Gleichgewicht kommt. Denn die Balance zu halten ist am Anfang nicht gerade einfach. Im Gegensatz zum Segway hat man nämlich keinem Lenker als Anhaltspunkt und keinen so stabilen Stand. Wer das Fahren alleine lernen will oder muss, sollte ins Handbuch schauen. Dort haben die Entwickler einige hilfreiche Tipps zusammengestellt. Beschleunigt wird in dem man die Zehen leicht nach vorne bzw. unten drückt, gebremst wird, wenn man die Fersen nach unten drückt. Dies erfordert am Anfang ziemlich hohe Konzentration. Doch sportliche Naturen können nach rund 20 bis 30 Minuten bereits alleine Fahren. Zunächst sollte man die Geschwindigkeit aber gering halten. Denn auf dem City-Wheel neigt man dazu das aktuelle Tempo stets zu unterschätzen. Da aber das Stehenbleiben ziemlich einfach funktioniert, und die Bremswirkung überraschend stark ist, kann man fast immer innerhalb kürzester Zeit anhalten. Am Anfang ist es jedoch ratsam stets mit Helm und Inlineskater-Ausrüstung unterwegs zu sein. So vermeidet man Blessuren oder andere Verletzungen, falls man doch einmal zu Sturz kommen sollte. Das Anfahren ohne Hilfe gestaltet sich vor allem mit dem einrädigen City-Wheel (AW X5) als eher schwer. Da man zunächst nur auf einem der Pedale steht und sich mit dem zweiten Fuß etwas abstoßen muss, gelingen der Aufstieg und das elegante Wegfahren nicht immer wie gewünscht. Wenn man sich an einem Gegenstand (Mauer, Laternenmast, etc.) festhalten kann, ist der Start hingegen kein Problem. Schneller hat man das Fahren mit dem Zwillingsrad-Modell (AW Q3) im Griff. Hier sorgt das zweite Rad dafür, dass man kein allzu ausgeprägtes Balancegefühl braucht. Für nicht so sportliche Interessenten ist also dieses Modell die erste Wahl. Mit dem einrädigen Gerät ist man aber flexibler und kann engere Kurvenradien fahren. Ungewöhnlich, aber dennoch wahr: Je schneller man fährt, umso stabiler wird die Sache. Bei höherem Tempo kann man die Balance leichter halten. Und auch Kurven gelingen mit einem gewissen Grundspeed deutlich eleganter. Profis haben das Gerät aber auch im Schritttempo im Griff. In die gewünschte Richtung lenkt man durch Gewichtsverlagerung. Skifahrer können sich das in etwa wie beim Riesenslalom fahren vorstellen. Wichtig ist auch stets den Blick nach vorne zu richten. Wer zu oft nach unten schaut, verliert das Gleichgewicht. Daran hat man sich aber schnell gewöhnt. Man fährt mit dem Gerät eigentlich immer dort hin, wo man auch hinsieht. Hat man einmal das Gefühl der Sicherheit erlangt, kann man mit dem City-Wheel sogar über niedrige Bordsteinkanten fahren. Außerdem kommt man dann auch abseits befestigter Straßen überraschend einfach und flott voran. Das würde man dem Gerät auf den ersten Blick kaum zutrauen.

Wie das City-Wheel bei geübten Fahrern funktioniert, zeigt das folgende Video:

Video zum Thema Neues City-Wheel

Es tut uns leid. Dieses Video ist nicht mehr verfügbar.


Welche Technik steckt dahinter?
Das City-Wheel sorgt durch die eingebaute Elektronik dafür, dass geübte Personen weder nach vorne noch nach hinten kippen können. Auf den ersten Metern spürt man davon zwar noch reichlich wenig, doch nach den ersten Fahrversuchen gewinnt man immer mehr Vertrauen in die Technik. Mit dem Fortbewegungsmittel können auch Steigungen von bis zu 15 Grad erklommen werden. Maximal sind bis zu 18 km/h möglich. Unser Testmodell ermöglichte mit einer Vollladung einen Aktionsradius von ordentlichen 20 Kilometern. Aufgeladen wird das Einrad an der normalen Haushaltssteckdose. Eine Vollladung dauert in etwa zwei Stunden. Während des gesamten Ladevorgangs ertönt leider ein ziemlich lautes Geräusch, das im Büro oder bei einem Kaffeekränzchen als störend wahrgenommen wird. Wird das City-Wheel in einem separaten Raum aufgeladen, stört das Geräusch hingegen nicht. Denn durch Türen dringt es nicht durch.

Lohnt sich ein Kauf?
Keine Frage, wer mit dem City-Wheel umgehen kann, hat sicher seine Freude damit. Zudem ist es deutlich mobiler als etwa ein Segway oder ein E-Bike. Die Geräte bringen mit rund 10 bis 15 kg relativ wenig Gewicht auf die Waage. Zudem gibt es als Extra einen praktischen Transportrucksack, damit man sich das City-Wheel auf den Rücken schnallen kann. Auch im Auto oder im Abstellraum der Wohnung findet es problemlos Platz. Muss man etwa etwas weiter vom endgültigen Ziel entfernt mit dem Auto parken, kann man die restliche Strecke schweißfrei mit dem elektrischen Einrad zurücklegen. Es gibt aber auch eine Einschränkung. Denn in Österreich darf man mit dem City-Wheel nicht auf öffentlichen Straßen (Bereich der StVo) und Radwegen fahren. Auf allen anderen Verkehrsflächen und in anderen Bereichen ist darauf Rücksicht zu nehmen sich selbst und Andere nicht zu gefährden. Wer rücksichtsvoll unterwegs ist, kann Parks, Fußgängerzonen oder Gehwege also benutzen. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass die Geräte nicht gerade billig sind. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist zwar hervorragend, dennoch dürften die 999 Euro für das AW X5 bzw. die 1.400 Euro für das AW Q3 noch immer viele Interessenten abschrecken. Wer sich für den Kauf entscheidet, sollte nicht introvertiert sein. Denn egal wo man mit einem City-Wheel auftaucht, Blicke der Passanten sind einem sicher. Zudem wird man mit Fragen durchlöchert. Das zeigt wiederum, dass das Lifestyle-Gerät hierzulande durchaus auf Interesse stößt.

Verfügbarkeit
Über www.city-wheel.at sind die Einräder aus beziehbar. Darüber hinaus werden sie in Österreich seit kurzem auch über den Elektro-Fachhändler „Conrad“ vertrieben. City Wheel bietet in Wien u.a. auch Gutscheine für einstündige Lehrgänge an. So kann man sich vor dem Kauf noch einen ersten Eindruck verschaffen. Wenn der Funke überspringt, kann man den Vertrag dann gleich abschließen.

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