Tor für Cordoba im Wiener Rabenhof

Kabarett-Kritik

© Rabenhof/pertramer.at

Tor für Cordoba im Wiener Rabenhof

Haben Sie sich jemals nach dem Grund für diverse Unstimmigkeiten zwischen Piefke und Ösis gefragt? Die Antwort hören und sehen Sie im Rabenhof.

Sächsische Speisen und Nationalikonen
Cornelius Obonya beweist im Stück „Cordoba – Das Rückspiel“ als ein Mann-Kabarett, wie witzig, unterhaltsam und treffend Klischees sein können. In der Satire werden sächsische Leibspeisen („Tote Oma“) genauso aufs Korn genommen wie österreichischer Nationalstolz von Mozart bis Rapid.

Schiller in Hotelform
Als Rahmenhandlung dient die Geschichte der Familie Möhlke, die vor dem Fall der Mauer vom sächsischen Ort Schwarze Pumpe über Ungarn und das Burgenland nach Wien flüchten und heimisch werden. Zwischendurch taucht eine dubiose Politikergestalt („Horst Christoph Oberwarter“) auf, die täuschend echt an eine Mischung zwischen Mr. Drei-Bier und dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann erinnert. Auch Jeannine Schiller ist als Hotelmetapher (!) dabei.

Obonya schizophren gut
Obonya spielt die Figuren ohne sichtbare Verkleidung, aber mit durchkomponierter Mimik und Sprache schizophren echt – eine herausragende Leistung des im Musical und Theater verwurzelten Schauspielers. Für die Texte sind Rupert Henning und Florian Scheuba verantwortlich. Wer bei der Premiere natürlich nicht fehlen durfte war unser werter Kaiser Palfrader, der sich königlich amüsierte. Zum Schluss gab es minutenlang Standing Ovations für Obonya, der auszog um uns Klischees zu lehren. Tor für Unterhaltung, Niveau und einen grandiosen Darsteller. Wetten, Sie wer`n narrisch…

„Cordoba – Das Rückspiel“ bis 27.März im Rabenhof. Hier gibts Karten.

Autor: Judith Leopold
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