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Welcher Moderator soll vom Opernball berichten?

Zwölfmal hat er den Quotenhit (an die zwei Millionen Zuschauer) bereits formvollendet präsentiert, aber jetzt schlägt’s dreizehn für ORF-Veteran Alfons Haider (51).

Die Rede ist vom Ball-Verlust – der alljährliche Staatsakt in der Oper verliert 2009 unter Umständen einen seiner geschmeidigsten Hauptdarsteller. Kommt der Handküsserkönig selber zum Handkuss?

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Die „Blut-Oper“ bebt seit vergangenem Freitag: Erst gab Ioan Holender (73) ein profil-Interview, dann legte er telefonisch via ATV kräftig nach ... Der allmächtige Direktor des Hauses am Ring, nach etlichen Jahren pikierten Desinteresses am Opernball nun längst dessen leidenschaftlichster und nicht gerade pflegeleichter Chefdramaturg, dachte laut über die ORF-Übertragung nach.

„Heinzl statt Haider“
Dass Holender ausgerechnet beim Telefonat mit „Hi Society“-Präsentator Dominic Heinzl (44) denselben als Nachfolger Haiders vorschlug, hatte Unterhaltungswert.

Freilich: Es traf Haider wie ein Keulenschlag, zumal Holender ihn wissen ließ, die „Künstler“ würden Interviews mit dem Beau aller Bühnen gelangweilt aus dem Weg gehen.

Was sich Holender in Zukunft vorstellt, ist eine frischere, frechere und fantasievollere TV-Präsentation – siehe Interviews rechts.

Nichts davon scheint er spontan mit Alfons Haider in Verbindung zu bringen.

Darf Holender mitreden?
In hellem Aufruhr kam vonseiten des gebeutelten ORF nur ein Statement des Pressesprechers Pius Strobl – sinngemäß: Es stünde jedem, auch Herrn Holender, frei, über Sendungen und deren Präsentatoren öffentlich nachzudenken, aber die Entscheidungshoheit läge unverändert in den Händen des Hauses. Darauf beruft sich zwar auch der „Gemobbte“, allerdings so höflich und gesittet, wie es nur geht. Klar: Würde Alfons Haider jetzt ebenso knallhart kontern, brächte er sich wohl sofort um die Fortsetzung seiner gut dotierten Karriere als Nebenerwerbs-Phantom der Oper ... Wer mit – sprich: unter – Holender arbeitet, weiß zudem eines: Der Direktor wird immer direkter.

Zwei Jahre vor Ende seiner seit 1992 währenden Herrschaft gibt sich Holender nicht mit der Rolle des „Auslaufmodells“ zufrieden. So stichelte er Freitagnacht, in seiner Rolle als Laudator bei einer Abschiedsparty von Museumsdirektor Wilfried Seipel: „Du hast dein Haus ohne die Seitenblickegesellschaft der Lugners, Schillers und Haiders zum Erfolg geführt.“ Und: „Mit dir, lieber Wilfried, bin ich per Du. Ein anderer Herr, mit dem ich das nicht bin, behauptet das nur.“

Tags darauf, beim Publikumsgespräch in der Staatsoper, brachte Holender einen neuen Namen ins Spiel: „Der Opernball ist im Fernsehen wichtiger als für die Besucher – die sind auf jeden Fall zufrieden. Daher wäre mir beispielsweise Armin Wolf für die TV-Interviews recht.“

Ist Haider zu fad?
Die wirklich entscheidende Frage zur Jahr für Jahr heftig diskutierten ORF-Übertragung lautet freilich: Darf man bei dieser überladenen Selbstbespiegelung der ersten, meist auch zweiten und dritten Gesellschaft des Landes irgendwas anderes fragen als ...

... Wie gefällt’s Ihnen?

... Werden Sie heute noch tanzen? Ja? Und mit wem?

... Haben Sie so was Wunderbares schon jemals auf der Welt gesehen?

... Ist es nicht einmalig?

... Gell, so was gibt’s bei Ihnen (wahlweise: in Amerika, Afrika, Asien oder Australien) nicht! Sagen Sie uns, wie traumhaft Sie sich fühlen!

Jedes weitere Thema, das je darüber hinausging, wurde stets zum – beruflichen – Selbstmord mit Anlauf.

Angeblich gibt es irgendwo unter der Oper einen eigenen Friedhof für übermütige Moderatoren.

Haider ist vermutlich also keineswegs „zu fad“, er denkt lediglich sorgfältig daran, zu überleben. „Der Opernball“, diagnostiziert er staatsmännisch, „ist keine Spielwiese für Spaßvögel. Das ist kein Platz für Flapsigkeiten und Respektlosigkeiten.“

„Dürfte“ Heinzl überhaupt?
Holender weiß ganz genau, dass sein „frecher Favorit“, die ATV-Trademark Heinzl, für einen der begehrtesten One-Night-Stands für ORF-Stars kaum in Frage kommt.

Warum geht bei uns nicht, was in Deutschland bestens klappt? Dort werden Topstars wie etwa Günther Jauch unter den Sendern „herumgereicht“, um Großereignisse gebührend zu besetzen. Was bei Dominic Heinzl dazu kommt, ist ... seine bei Promis gefürchtete, beim Publikum geliebte „Undiplomatie“ – kein „verantwortlicher“ Redakteur in Zeiten wie diesen könnte ihn live „derreiten“, also über Funkknopf im Ohr dirigieren. Ein ORF-Insider: „Diese Chipkarte hat Haider als Systemsoldat längst im Genick. Mit dem Haider wird es eine Seifenoper, aber mit dem Heinzl droht eine Blutoper.“

Foto: (c) Johannes Kernmayer, Inge Prader, Philipp Enders

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