Arigona-Pfarrer in Lebensgefahr

Intensivstation

Arigona-Pfarrer in Lebensgefahr

Er ist ein Kämpfer – Pfarrer Josef Friedl aus Ungenach (OÖ). Der Fall Arigona und sein bedingungsloser Einsatz für seinen Schützling machte ihn österreichweit bekannt. Jetzt ist er selbst Opfer. Liegt in der Intensiv-Station der Christian-Doppler-Klinik in Salzburg. Diagnose: Schädelbruch, Gehirnblutung. Zugezogen bei einem Fahrradsturz. Sein Zustand ist kritisch, sagt Mick Weinberger, Sprecherin der Klinik.

Freitagnachmittag besuchte Friedl eine befreundete Familie in Vorderschlag, einem Nachbarort. Der 66-Jährige, der noch vor einer Woche beim 25-jährigen Amtsjubiläum von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl eine Rede hielt, schien topfit.

„Leider war er es nicht“, sagt Ungenachs VP-Bürgermeister Johann Hippmair betroffen, „auf der Heimatfahrt zum Pfarrhaus hat er auf dem Rad eine Gehirnblutung gehabt“. Friedl war gerade auf einem abschüssigen Straßenstück unterwegs. Verlor wohl das Bewusstsein. Stürzte. Er trug keinen Helm.

„Das ist ja der Pfarrer“
Ottilie Baldinger, 77, aus Mitterschlag war zu diesem Zeitpunkt – kurz vor 16 Uhr – gerade mit ihrem VW-Golf auf der Fahrt zum Friedhof: „Ich hab’ ihn mitten auf der Straße liegen gesehen“, beschreibt die Pensionistin: „Zuerst hab’ ich geglaubt, er sei tot.“ Die Frau rief um Hilfe bei einem Nachbarhaus: „Erst als sie ihn umgedreht haben“, ist Ottilie Baldinger noch immer geschockt, „hab’ ich gesehen – Heilige Maria, das ist ja der Herr Pfarrer!“

In der Nacht zum Samstag wurde Friedl operiert, das Blutgerinnsel abgesaugt: „Er liegt jetzt im künstlichen Tiefschlaf“, sagen die Ärzte. Im Wartezimmer vor der Intensivstation bangt Friedls Lebensgefährtin Rosi. Der ganze Ort zittert um den beliebten Pfarrer.

Ersthelfer: "Aus Mund geblutet..."
ÖSTERREICH:
Sie haben nach dem furchtbaren Unfall Erste Hilfe geleistet ...
Ernst Schausberger: ... ja, ich bin sofort zu ihm gerannt, das war bloß 40 Meter von meinem Haus entfernt. Der Pfarrer ist auf dem Asphalt gelegen, hat so stark aus Nase und Mund geblutet, dass ich sein Gesicht zuerst gar nicht erkannt hab’.
ÖSTERREICH: Ist Pfarrer Friedl dennoch ansprechbar gewesen?
Schausberger: Zuerst nicht, er hat nicht reagiert. Ich hab’ ihn dann in eine stabile Seitenlage gelegt. So haben wir auf die Rettung aus Vöcklabruck gewartet. Wie eine halbe Ewigkeit ist mir das vorgekommen. Als dann endlich der Notarzt gekommen ist, konnte er sich aufsetzen, sogar seinen Namen sagen.

Autor: wek, schw
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