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Cains Peiniger endlich gefasst

Buben-Mörder

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Cains Peiniger endlich gefasst

Dienstag um 14.10 Uhr griffen Zielfahnder der Bundespolizeidirektion zu und nahmen den derzeit meist gesuchten Mann in Mitteleuropa fest: Miloslav M. hatte sich nach der tödlichen Prügelorgie an seinem dreijährigen "Stiefsohn" Cain bei Verwandten in Herisau im Kanton Appenzell Ausserrhoden verkrochen. Die Polizei hatte bereits seit Sonntag entsprechende Hinweise.

Als das Narbengesicht am Dienstag die Wohnung verließ und mit dem Fluchtauto – dem blauen Honda Shuttle von Cains Mama – Richtung Waldstatt fuhr, schnappte die Falle zu. Wie befürchtet, war der 26-jährige Serbe – der auf der Flucht am Montag seinen Geburtstag "gefeiert" hatte – auf dem Weg in seine ursprüngliche Heimat. Da es kein Abkommen gibt, wäre er von dort nie ausgeliefert worden.

Verkehrskontrolle: Täter Miloslav M. gefasst
Bei einer scheinbar zufälligen Verkehrskontrolle wurde er von acht Schweizer Polizisten überwältigt, die ihn aus dem Auto zerrten, zu Boden drückten und nachher in einem Zivilauto mit abgedunkelten Scheiben wegbrachten.

Der mehrfach vorbestrafte Gewalttäter ließ sich widerstandslos festnehmen. Die Schweizer Elite-Cops waren zuvor in engem Kontakt mit dem Bundeskriminalamt in Wien und den Mordermittlern des LKA Vorarlberg gestanden. Die Auslieferung wird jetzt eingeleitet, sagte der Vorarlberger Chefermittler Norbert Schwendinger.

Brutale Details: Mit Besenstiel totgeprügelt
Indes werden immer neue, abscheuliche Details der bestialischen Tat in Bregenz bekannt: Der neue Freund an der Seite der Disco-Kellnerin Aleksandra N. (24) soll den blonden Wirbelwind Cain mit einem Besenstiel totgeprügelt haben. Sein Bruder Emilian (6) musste das Unfassbare mit ansehen. Der Peiniger selbst rief die Rettung: "Das Kind ist die Treppe runtergefallen." Die Rot-Kreuz-Leute fanden Cain im Kinderzimmer – der Bub lag mit dem Rücken auf einer Matratze, die Augen offen, aus dem Mund quoll Erbrochenes, die Gliedmaßen waren kalt.

Unfalldrama: Zwei weitere Menschen auf Gewissen
Als Sanitäter und Polizei Miloslav "Miki" M. zur Rede stellen wollten, floh der Gewalttäter. Der drogensüchtige Schläger hatte auch Emilian und dessen Mama schwer misshandelt. Die Körper beider Kinder waren mit blauen Flecken und Prellungen übersät. Außerdem dürfte Miloslav noch zwei Menschenleben auf dem Gewissen haben. Wie ÖSTERREICH berichtete, war er vor einem Jahr in Serbien am Steuer eines Unfall-Pkw gesessen, in dem zwei Bekannte starben. Seit dem Crash ist sein Gesicht durch Narben entstellt. Durch den Unfall dürfte seine labile Persönlichkeit endgültig gekippt sein.

Ermittlungen auf Cains Mutter ausgedehnt
Im Sommer lernte er Aleksandra kennen. Vor zwei Monaten zog er dann bei der blonden Disco-Kellnerin und ihren beiden Söhnen ein. Dort dürfte er eine Schreckensherrschaft aufgezogen haben. Die Buben wollten mit ihm nicht alleine sein, weinten, wenn sie nach den Wochenenden bei der Oma zurück nach Vorarlberg mussten, berichten deutsche Verwandte.

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt ihre Ermittlungen auf die Mutter ausgeweitet, ob sie ihre Fürsorge "gröblich vernachlässig" hat. Dann drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft. Miloslav M., dem Mord angelastet wird, könnte lebenslang hinter Gitter wandern. Das Jugendamt putzt sich ab und betont, man hätte niemals Hinweise auf häusliche Gewalt gehabt.

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