Das war’s mit dem Sommer 2014

Dauerregen

Das war’s mit dem Sommer 2014

Für eine kalte Dusche müssen die meisten Österreicher derzeit einfach vor die Tür gehen. Seit einer guten Woche ist es nicht mehr nur unangenehm feucht, sondern noch dazu eisig. „Es ist ein deprimierender Sommer gewesen“, klagt auch Walter, Bademeister im Wiener Gänsehäufel. Das miese Wetter führte in seinem Revier zu einem Besucherschwund im heurigen Jahr.

„Der Herbst ist dieses Jahr einen Monat zu früh dran“, betont auch oe24-Wetterexperte Gerhard Janser. Die Prognosen zeigen, was wir schon lang vermuten: Diesen Sommer können wir vergessen. Gerade auch im Vergleich zum Super-Sommer des Vorjahres. Und am 1. September beginnt auch offiziell schon der meteorologische Herbst.

Luftstau hält das extrem feuchte Wetter gefangen
Grund für den Regensommer sind gestaute Luftmassen. Sie wollen einfach nicht mehr weg und verhindern echte Hitzewellen, wie wir sie gewöhnt sind. „Zwei Großwetterlagen kämpfen seit Wochen gegeneinander. Wir sitzen dazwischen“, so Janser weiter. Es kommt dadurch bei uns zu einem Teufelskreis: „Es regnet, verdunstet und regnet wieder hier ab. Und es kommt nichts nach, das Platz für gutes Wetter macht.“

Vorschau. Für die momentane Kälte ist das Tief Wilma verantwortlich. Seine polare Kaltluft aus dem hohen Norden drückt auch bei uns auf die Temperaturen. Es wird noch schlimmer als zuletzt: Am Mittwoch sinkt die Schneefallgrenze bis auf 2.000 Meter! Der Osten Österreichs erwischt es noch am besten, hier gibt es die Chance auf ein paar Stunden Sonne. Bis zum Wochenende klettert das Quecksilber aber auch im Osten selten einmal über 20 Grad.

Hohe Wahrscheinlichkeit für einen goldenen Herbst
Trotz allem gibt es Grund zur Hoffnung: Erste Langzeitprognosen deuten auf einen sehr schönen Herbst hin. Die Wahrscheinlichkeit liegt laut Wetterfrosch Janser bei 80 Prozent. Ein paar Badetage sollten sich also doch noch ausgehen.

E. Kühnelt

Bilanz 2014: Mehr 
Regen, kaum Sonne

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Sommer 2014 nur enttäuschend

Wetter.jpg © TZoe Wetterstatisitk für Wien 1.Juli-15.Aug. 2013/14

Unwetter, Blitzrekorde und Überflutungen – damit wird der Sommer 2014 vielen in schlechter Erinnerung bleiben.

Die Statistik beweist nun, wie schlecht es wirklich ist: Im Juli und August gab es ein Drittel weniger Sonnenschein. Gleichzeitig regnete es aber zwei- bis dreimal so viel wie noch 2013! Dementsprechend viele Regentage registrierten die Meteorologen: In Innsbruck war seit Juli-Beginn jeder zweite Tag verregnet (s. unten), in Wien war es fast jeder dritte (s. oben).
Zwar gab es diesen Sommer auch Temperaturrekorde, wie am 20. Juli: 35,7 Grad hatte es damals in Wieselburg. Zu Hunderttausenden belagerten Sonnenhungrige die Bäder.

Doch das war nur eine der wenigen Sonneninseln zwischen unzähligen Unwettern. In Podersdorf wurde der Allzeit-Regenrekord gebrochen: 158 Liter schüttete es am 30. Juli in nur wenigen Stunden. Gleichzeitig sorgten 6.000 Blitze im Osten für ein Feuerwerk.

Tourismus und Bauern zittern vor dem Herbst
Die resultierenden Hochwasserschäden gehen in die Millionen, auch die Ernteerträge leiden unter Hagel und Dauerregen.

Der Tourismus ächzt: „Ich glaube, der Sommer hat sich erübrigt“, bestätigt Gabi Siebert vom Campingbad Ossiacher See. Der neue Kälteeinbruch habe nach den Badegästen nun auch die Camper vertrieben. Nur ein sonniger Herbst kann die Umsätze jetzt noch retten.

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