Josef Fritzl baut 13 Häuser

Millionen-Coup

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Josef Fritzl baut 13 Häuser

Der Jahrhundertkriminelle Josef Fritzl (74), ist Amstettens Bevölkerung sicher, steht mit dem Teufel im Bund. Und das nicht nur, weil der Gruselgreis seine Angehörigen 24 Jahre quälte und ihnen Unmenschliches antat. Denn sogar aus seiner Einzelzelle in der Strafanstalt Stein gelang dem lebenslangen Häftling jetzt ein höllischer Coup.

Diashow Fritzl baut 13 Häuser
Fritzl baut 13 Häuser

Fritzl baut 13 Häuser

Nachbarn in Amstetten sind entsetzt.

Fritzl baut 13 Häuser

Fritzl baut 13 Häuser

Alle Einsprüche halfen nichts - Fritzls Wohnprojekt erhielt grünes Licht.

Fritzl baut 13 Häuser

Fritzl baut 13 Häuser

Modell der Wohnlandschaft nach den Bauplänen von Josef Fritzl: Um ein verglastes Bürogebäude gruppieren sich die 13 geplanten Wohnkomplexe.

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Wohnhausanlage.
Donnerstag dieser Woche bekam Fritzl die baubehördliche Bewilligung für ein Großprojekt: Auf dem Grundstück Waidhofner- straße 68 in Amstetten darf der prominenteste Stein-Häftling 13 Reihenhäuser und ein Bürogebäude mit Tiefgarage errichten.

Aus dem freundlichen Bescheid geht hervor, dass „Herr Ing. Josef Fritzl“ (der Titel ist, nebenbei, nicht rechtens) sein Ansuchen am 4. August 2006 gestellt hat. Zwei Jahre später wurde sein monströses Verbrechen bekannt und Fritzl musste in Haft Konkurs anmelden. Aber sein Masseverwalter, der Tullner Rechtsanwalt Dr. Walter Anzböck, trat als sogenannter „Konsenswerber“ in das Bauverfahren ein – und brachte es am 4. November durch.H

Hier der Wortlaut des Bescheids:

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Empörung.
Anwalt Anzböck war Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Also ist noch Spekulation, ob vom Millionencoup Fritzl selbst, seine Opfer – oder alle (und auch Gläubiger im Konkursverfahren) profitieren.

Nachbarn der künftigen Großbaustelle in der Waidhofnerstraße ist das freilich egal.

Sie sind empört, weil sie vom Start weg gegen Fritzls Pläne angekämpft haben – aber trotz plausibler Einsprüche gegen den Mann verloren, dessen Name weltweit für Grauen steht.

Einsprüche.
Im Gespräch mit ÖSTERREICH zählen die Anrainer Otto Popp, sein Sohn Jürgen und Franz Schnell die umfangreiche Sorgenliste auf, die sie mit einem Dutzend Mitstreiter in der Baudirektion vorgebracht haben: „Der spiegelverglaste Neubau stört das harmonische Ortsbild mit Villen und Einfamilienhäusern. Das Projekt nimmt uns Nachbarn Sonne, Licht und Freiraum, weil es uns auch seitlich zu nahe kommt.“

Wassereinbruch.
Die Einwände wurden weggewischt. Was schlimme Folgen haben könnte, wie Nachbar Otto Popp befürchtet: „Durch die Anlage fließt der Mühlbach, der bei jedem Unwetter steigt und die Gärten überschwemmt. Was glauben Sie, passiert dann mit den Autos in der neuen vier Meter tiefen Garage?“ Der Amstettner kennt die Antwort. Josef Fritz kann sie egal sein.

Autor: Wolfgang Höllrigl
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