Justizskandal um Sex-Täter

20 Fälle in Graz

Justizskandal um Sex-Täter

Die Kleidung vom Leib gerissen, Strumpf- und Unterhose zerrissen, Missbrauch, Vergewaltigung, Nötigung, schwere Körperverletzung, dazu Kinderpornos am Computer zu Hause – von Juli 2012 bis Februar 2015 dauerte die Tat­serie des Steirers.

In Summe gibt es 20 Opfer, alle passen in das „Beuteschema“ (der Anwalt) des mutmaßlichen Sextäters. Es könnte aber noch viel mehr geben, wie in Justizkreisen vermutet wird. Auch sei man bei einzelnen Anzeigen lange Zeit nicht von einem Täter ausgegangen.

Opfer leiden massiv 
unter den Folgen der Tat
„Er hat die Opfer zur Höchststrafe verurteilt. Sie werden sehr lange darunter leiden“, bringt es die Staatsanwältin auf den Punkt. T., bereits einmal wegen Vergewaltigung für Jahre in Haft und dann in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, begann bereits zwei Tage (!) nach seiner Entlassung wieder mit den brutalen Übergriffen.

„Ihnen ist es gelungen, die Therapeuten zu täuschen“, sagt Richter Martin Wolf zur folgenschweren bedingten Entlassung. Und T. erwidert: „Ich dachte, ich wäre geheilt. Aber jetzt sehe ich mich selbst als Gefahr.“

Dieses Mal 15 Jahre – 
wenn er drinbleibt
Sechs der Opfer haben mit dem Gutachter geredet. „Sie sind alle aus ihrem Leben gerissen, sie müssen von vorne beginnen“, erläutert Psychiater Manfred Walzl dem Schöffensenat, der den Strafrahmen ausschöpft: 15 Jahre Haft für T. und Einweisung in eine Anstalt. T., der ein Teilgeständnis abgelegt hatte, beruft.

Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig, es gilt die Unschuldsvermutung.

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