28. April 2010 19:18
Kinder können grausam sein – und immer öfter sind sie es per Facebook. Laut
Unterrichtsministerium ist bereits jeder fünfte Teenager zwischen 12 und 19
Jahren – also etwa 150.000 Burschen und Mädchen – Opfer von Schikanen im
Internet oder per Handy geworden. Experten schlagen Alarm: „Im Gegensatz zu
Mobbing in der Schule, wo man wenigstens Ruhe hat, wenn man daheim ist, ist
man in der digitalen Welt 24 Stunden lang den Attacken ausgesetzt“, sagt
Bernhard Jungwirth, Koordinator der Beratungsstelle Safer Internet.
Steiermark sperrt Facebook in allen Schulen
Die ersten Schulen
reagieren nun auf die Gefahr aus dem Cyberspace und sperren ‚Social
Network‘-Seiten wie Facebook.
- In Niederösterreichhaben aktuell das BORG und das Gymnasium in
Wiener Neustadt Freundschaftsseiten gesperrt. „Wir müssen
die Schüler auf die Gefahren aufmerksam machen. Es werden noch
viele neue Herausforderungen wie das Cyber-Mobbing auf uns zukommen“,
so Gymnasialdirektorin Maria Kornfeld.
- In den steirischen Schulen herrscht bereits seit zwei Jahren
Facebook-Verbot. „Man kann sich ja vorstellen, was im Unterricht
passiert, wenn das alles freigeschaltet wäre“, heißt es
aus dem Büro des Landesschulrats.
- In Tirol hat eine Tourismusschule Facebook gesperrt. Im Landesschulrat
denkt man bereits laut darüber nach, Netzwerkseiten zentral zu
sperren. IT-Betreuer Stefan Einackerersagt: „Das Problem ist uns
bekannt, wir werden uns bald über Maßnahmen beraten.“
Unterstützung bekommen die Schulen vom Unterrichtsministerium, das eine
Software zur Verfügung stellt, mit deren Hilfe Seiten gefiltert werden
können.
Ein ÖSTERREICH-„Lokalaugenschein“ bestätigt: Die Plattform Facebook ist voll
von Mobbing-Seiten gegen Mitschüler: So gibt es eine Gruppe gegen Sonja S.
aus Vorarlberg, die mittlerweile 485 Mitglieder hat. Ziel: „3000leit..:) und
da semih aksu greift da sonja aufn oasch!!!!“ Antwort: „du weist garnicht,
wie grausig und fett sie ist.“ Besonders gemein dabei: „Im Internet kann
sich das Schadensausmaß vervielfachen. Die Beschimpfungen sind ja für alle
Welt sichtbar“, so Jungwirth.
„Schulen müssen Umgang mit Internet vermitteln“
Doch
was tun, wenn ein Teenager Opfer von Mobbing in der virtuellen Welt wird?
Experte Jungwirth plädiert dafür, gerade in den Schulen einen
verantwortungsvollen Umgang mit dem Medium zu vermitteln.
Das Internet sei oft nur die Fortsetzung von Mobbing in der Schule. Das
zeigt der Fall der 13-jJährigen Carina, die nach drei Jahren Dauerbeschuss
die Schule wechseln musste.
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Carina wurde aus der Schule gemobbt Attacken gipfelten in
Facebook-Gruppe gegen Carina. Sie wechselte die Schule. Wien. Ein
besonders schlimmer Fall von Facebook-Mobbing landete bei der
Beratungsstelle Safer Internet: Drei Jahre lang war Carina den
Attacken ihrer Mitschüler ausgesetzt. Mit 13 Jahren musste die
Gymnasiastin die Schule wechseln.
Der Hintergrund Carina wird in ihrer Klasse am Ende des
ersten Schuljahres als Sündenbock ausgewählt. In der zweiten Klasse
wird der Einsatz auch von sozialen Netzwerken, wie Twitter oder
Facebook, von den Schülern für Hausaufgaben verlangt. Der
verantwortungsvolle Umgang damit ist aber kein Thema. Carina wird auch
im Netz gemobbt. Sie versucht, den Spieß umzudrehen, attackiert
ihrerseits Lukas. Der schlägt in der realen Welt zurück – im wahrsten
Sinne des Wortes: Er verletzt Carina. In der virtuellen Welt schließen
Carinas Kollegen auch mit Schülern aus anderen Klassen Bekanntschaft.
Gesprächsthema Nummer eins Was tun gegen Carina? Die
Klasse selbst wird am Ende des Schuljahrs aufgelöst. Auch in ihrer
neuen Klasse ist Carina schnell die Außenseiterin. Eine
Facebook-Gruppe gegen Carina bildet sich. Der Klassenvorstand erfährt
durch Zufall davon. Anhand der Profilfotos werden die Mitglieder
ausgeforscht. Zu Weihnachten droht ihnen der Schulausschluss. Doch
Carina wechselt im Februar die Schule
(nak)
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