Panda-Baby Fu Hu verschläft eigene Taufe

Schönbrunn

© APA/ TIERGARTEN SCHÖNBRUNN/DANIEL ZUPANC

Panda-Baby Fu Hu verschläft eigene Taufe

Der gesamte Tiergarten Schönbrunn ist am Montag im Zeichen des neugeborenen Panda-Jungen gestanden, nur das Fellknäuel selbst ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und verschlief seine eigene Taufe. Im Festsaal eines Zoogebäudes versammelten sich zahlreiche bekannte Gesichter und Medienvertreter aus der ganzen Welt, um der offiziellen Namensgebung des kleinen Bären beizuwohnen. Der chinesische Botschafter, Shi Mingde, taufte das Neugeborene auf den Namen Fu Hu ("glücklicher Tiger"). Die Patenschaft übernahm Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V).

Glücksdatum
Der 23. August scheint für den traditionsreichen Wiener Tiergarten ein besonderes Glücksdatum zu sein, wie auch Direktorin Dagmar Schratter mutmaßte. Im Jahr 2007 gelang der einmalige Panda-Zuchterfolg auf natürlichem Wege das erste Mal und Fu Long ("Glücklicher Drache") erblickte am 23. August das Licht der Welt. Dass dieser Glücksfall wiederholt werden könnte, "haben wir nicht einmal zu träumen gewagt", betonte Schratter. Auf den Tag genau drei Jahre später, im Sommer 2010, konnten Pfleger jedoch die Geburt von Fu Hu live über einen Bildschirm miterleben. Und das Jungtier, das bei seiner Geburt geschätzte 100 Gramm schwer und etwa zehn Zentimeter groß war, gedeiht seither bestens und hat sich bereits ein "Kampfgewicht" von sieben Kilogramm angefressen.

Die liebevolle Pflege strich der chinesische Botschafter in Wien, Shi Mingde, in seiner Rede besonders hervor. "Der Tiergarten kann sehr stolz sein", sagte Mingde, denn nicht nur die Geburt an sich, auch die Aufzucht sei aufgrund der großen Sterblichkeit besonders schwierig. Eine weiterhin nachhaltige und fruchtbare Zusammenarbeit soll jetzt noch den Wunsch des Botschafters nach einem "Panda-Mädl" erfüllen.

Noch immer in der Wurfbox
Die ersten Schritte vor die Wurfbox hat das schwarz-weiße Wollknäuel, das heute genau 112 Tage alt ist, nämlich noch nicht gewagt. Sein Bruder hatte sich erst Ende Jänner der Öffentlichkeit gezeigt. "Am meisten berührt, haben mich seine ersten Laute", meinte Tierpflegerin Eveline Dungl, die in den ersten Wochen Tag und Nacht auf den Neuzugang aufgepasst hatte. "Die Nachtschichten waren zwar anstrengend, aber auch ein besonderes Privileg", so Dungl im APA-Gespräch.

Die Panda-Eltern Yang Yang und Long Hui waren 2003 als Leihgabe der Volksrepublik China nach Österreich gekommen und haben sich beide Male auf natürliche Weise gepaart. Der Erstgeborene Fu Long lebt seit November vergangenen Jahres in der Pandaforschungs- und Zuchtstation im chinesischen Bifengxia. Er wiegt bereits 82 Kilo und erfreut sich bester Gesundheit. Die Großen Pandas gehören zu den seltensten Säugetieren. In freier Wildbahn wird ihr Bestand auf etwa 1.600 Tiere geschätzt. In Menschenobhut leben ca. 300 Pandas weltweit.

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