Stöger sieht

Schweinegrippe

Stöger sieht "keinen Grund zur Panik"

Gesundheitsminister Alois Stöger (S) setzt bei der Schweinegrippe auf Beruhigung: "Es gibt absolut keinen Grund, in Panik zu verfallen." Er geht zwar davon aus, dass die Zahl der Krankheitsfälle mit der A(H1N1)-Grippe im Herbst ansteigen wird, die Behörden seien aber auch auf ein stark vermehrtes Auftreten der Erkrankung im Rahmen der Pandemie vorbereitet. Es werde für die gesamte Bevölkerung Impfstoff geben, Zwangsimpfungen sind aber derzeit nicht geplant. Um die Verhaltensregeln zur Minimierung der Ansteckungsgefahr der Bevölkerung ins Gedächtnis zu rufen, ist eine Informationskampagne geplant.

Zahl der Infizierten auf 100.000 und mehr?
"Die Menschen brauchen keine Angst vor den Auswirkungen der neuen Grippe haben", beruhigte Stöger. Der Verlauf der bisherigen Fälle sei sehr einfach und sanft. Der Gesundheitsminister geht aber davon aus, dass es es nicht bei den derzeit etwas mehr als 200 Fällen bleiben wird, sondern die Fallzahlen steigen werden. Wie es im Herbst aussehen wird, könne jedoch niemand seriöserweise vorhersagen.

Der Minister versichert aber: "Wir bereiten uns auf den schlechtesten Fall vor." Das wäre eine Pandemie mit 100.000 Erkrankten oder mehr. "Davon sind wir aber weit entfernt."

Keine Zwangsimpfung
Als eines von wenigen Ländern in Europa werde Österreich Impfstoff für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stellen. In einem Vorvertrag mit dem Pharmakonzern Baxter wurden bis zu 16 Millionen Dosen vorbestellt, pro Person sind je zwei Teilimpfungen nötig. Bestellt werde der Impfstoff aber erst nach der für September erwarteten Zulassung des Impfstoffes, es müsse vorher geklärt werden, wer für die Sicherheit der Vakzine verantwortlich ist, betonte Stöger.

Jeder, der will, soll dann Zugang zu dem Impfstoff bekommen, versicherte der Minister, verpflichtende Impfungen lehnt er jedoch ab. "Nach derzeitigem Stand und Verlauf gibt es sicher keine Zwangsimpfung. Das wäre völlig übertrieben."

Stöger erwartet Geld vom Finanzminister
Die Kosten sollen die Krankenkassen übernehmen, für die Patienten bleibe nur die Rezeptgebühr, kündigte Stöger an. Gleichzeitig lädt er aber auch Unternehmen ein, sich an den Kosten zu beteiligen. Und für den Fall einer starken Krankheitswelle erwartet Stöger auch Geld vom Finanzminister. So wie im Falle von Naturkatastrophen sollte dann auch hier Geld aus dem Budget zur Verfügung gestellt werden. Die vom Generaldirektor für Öffentliche Gesundheit, Hubert Hrabcik, genannten Gesamtkosten von rund 95 Millionen Euro sind nach Ansicht Stögers dann realistisch, wenn die gesamte Bevölkerung die Impfung in Anspruch nimmt.

Menschen müssen Ansteckungsgefahr reduzieren
Für den Ernstfall stehen auch noch die von der früheren Ministerin Maria Rauch-Kallat (V) bestellten Schutzmasken zur Verfügung. Es gebe einen konkreten Plan, ab welchem Zeitpunkt die Masken, wenn nötig zur Verteilung kämen, versicherte Stöger.

Der Gesundheitsminister verweist aber vor allem auch darauf, dass die Menschen mit relativ einfachen Mitteln, wie etwa häufigem Händewaschen, selbst die Ansteckungsgefahr reduzieren können. Dazu soll demnächst eine Informationskampagne gestartet werden, die gemeinsam mit der Ärztekammer und den Apothekern durchgeführt wird. Auf Plakaten in Arztpraxen und und öffentlichen Einrichtungen soll auf Verhaltensregeln hingewiesen werden.

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