Syrer gestehen Badewannen-Mord in Salzburg

30-Jähriger getötet

Syrer gestehen Badewannen-Mord in Salzburg

Rund zwei Wochen nach dem Auffinden einer männlichen Leiche in der Badewanne einer Wohnung in der Stadt Salzburg ist der Fall für die Polizei geklärt. In der Nacht auf Dienstag hat sie zwei 19-jährige Syrer festgenommen, welche die Tat inzwischen gestanden haben. Sie gaben an, sie hätten den 30-jährigen Bekannten ausrauben wollen. Dabei hat einer der beiden den Serben offenbar erwürgt.

Das Duo, das schon andere Straftaten gemeinsam verübt hatte, hat sich für den Überfall gut vorbereitet: Bei einer Tankstelle besorgten sich die beiden Einweghandschuhe und ein Klebeband, die sie dann später auch verwendeten. "Nach einem kurzen Gespräch haben sie das Opfer gefesselt, überwältigt, misshandelt, gewürgt und getötet", sagte Landespolizeidirektor Franz Ruf am Mittwochnachmittag bei einem Mediengespräch. Anschließend ließen sie in der Badewanne Wasser ein, gaben Waschpulver und Shampoo dazu, um Spuren zu verwischen. Dass die Leiche später in der Wanne ohne Wasser entdeckt wurde, liegt an einem undichten Stöpsel: Das Wasser floss langsam von alleine ab.

Von Nachbarn beobachtet

Dann begannen die beiden Männer - einer ist anerkannter Flüchtling, der andere Asylwerber -, die Wohnung zu plündern. Sie durchsuchten die Räume, und stopften Unmengen an Kleidungsgegenständen, Schuhen, einen Rasierapparat, einen Haarföhn und mindestens ein Handy in Müllsäcke, mit denen sie das Raubgut dann aus der Wohnung transportierten. Und genau dabei wurden die beiden auch beobachtet. Denn bei den Einvernahmen im Haus in der Elisabethstraße sagten Nachbarn aus, dass sie zwei Männer mit Müllsäcken beim Verlassen des Hauses gesehen hätten und ein Bezug zur Wohnung des Toten offenkundig sei. Und einer der beiden wurde als auffälliger "Wuschelkopf" beschrieben. Die Kriminalisten fanden am Tatort dann auch noch eine Asylkarte, auf dessen Foto ein "Wuschelkopf" abgebildet ist. Sie gehörte dem nun festgenommen Burschen.

An Einreise gehindert

Drei Tage nach dem Tod wurde dann der 19-Jährige in Freilassing bei der Einreise nach Deutschland von der bayerischen Polizei gestoppt. Er sei lediglich in den falschen Zug gestiegen und deshalb irrtümlich in Freilassing gelandet, sagte er später. Bekleidet war er dabei mit Kleidung des Opfers, wie ein Abgleich der Fotos der deutschen Behörden mit Urlaubsfotos des Serben ergab. Außerdem führte er eine E-Card und eine Bankomatkarte bei sich, wobei die Bankkarte auf den Namen eines anderen 19-jährigen Syrers ausgestellt war. Die Spur zum zweiten Verdächtigen war gefunden.

Nach und nach fügten die Ermittler dann dem Puzzle weitere Teil ein. So stellte sich heraus, dass "Wuschelkopf" bereits zwei Tage vor dem Überfall wegen eines Diebstahles erkennungsdienstlich behandelt worden war. Und dabei war ein Foto von der Asylkarte des 19-Jährigen gemacht worden. Dabei ist eine auffällige Beschädigung an einem Eck zu sehen, wie sie dann auch bei der am Tatort gefundenen Karte entdeckt wurde. Und im Internet stießen die Ermittler auf Fotos des anderen Syrers, auf denen auch dieser Kleidung des Opfers trug. Bei Hausdurchsuchungen wurden Säcke voller Kleidung gefunden. 45 Kleidungsstücke konnten dem Opfer zugewiesen werden, sagte Karl-Heinz Pracher, der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes. Und auch bei der Festnahme trug das Duo Kleidung des Serben.

Festnahme

Schließlich erwirkte die Polizei einen Festnahmeauftrag, und in der Nacht auf Dienstag wurden die beiden innerhalb einer Stunde an ihren Wohnsitzen in Puch (Tennengau) und Thalgau (Flachgau) festgenommen. Bei der Einvernahme legten sie Geständnisse ab, sagte Ruf. Zum Motiv sagte er: "Es war ein Raubüberfall, bei dem sie den Mord in Kauf genommen haben." An den Vorbereitungen sei eine gewisse Vorsätzlichkeit zu erkennen. Die Täter seien auch nicht vermummt gewesen, was auf eine Mordabsicht schließen lasse. Denn die beiden mutmaßlichen Täter habe den Serben schon vor der Tat flüchtig gekannt. Der 30-Jährige hat laut Ruf die Toiletten am Hauptbahnhof betreut. Dabei habe er immer wieder Männer kennengelernt, die er dann zu sich nach Hause mitgenommen habe. Der Serbe hatte das Duo selbst in die Wohnung gelassen. Deshalb fanden die Ermittler keine Einbruchsspuren, obwohl die Wohnung stark durchwühlt war.

Die beiden Syrer werden noch heute von der Polizei in die Justizanstalt Puch überstellt.

 




 

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