Sonderthema:
Opfer erzählen von Horror-Nacht

Unwetter-Einsatz

© hoermandinger

Opfer erzählen von Horror-Nacht

Weißenbach. „Ich habe ein enormes, undefinierbares Getöse gehört“, erzählt Helmut Steinkogler. Als der 55-Jährige gegen 17 Uhr in Kößlbach (Bezirk Gmunden) aus dem Fenster sah, erstarrte er: „An meinem Küchenfenster schwammen Baumstämme vorbei, das Wasser schoss auf unser Haus zu.“ Nach einer kurzen Schrecksekunde rannten Steinkogler und seine Frau Katharina um ihr Leben. „Wir hatten wirklich Todesangst. Ich dachte, jetzt wird unser Haus weggerissen.“ Die beiden schnappten sich Jacke, Papiere und Schlüssel und brachten sich bei einem Nachbarn auf einer Anhöhe in Sicherheit. Dort alarmierten sie die Einsatzkräfte und mussten um ihr Haus bangen.

Unversehrt
„Wie durch ein Wunder blieb unser Haus unversehrt“, so Steinkogler. Die Bahnstrecke Ebensee - Bad Ischl, die direkt an seinem Haus vorbeiführt, wurde jedoch schwer in Mitleidenschaft gezogen. Sie wurde total vermurt, Baumstämme stapelten sich.

„Wie Explosion“
Im nahen Ebensee erlebte Herbert Pesendorfer Ähnliches: Ein kleiner Bach verwandelte sich durch den starken Regen – im Salzkammergut fielen binnen einer Stunde 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – zu einer reißenden Sintflut. Das Wasser schoss die Garageneinfahrt hinab und drückte das Tor regelrecht ein. Pesendorfer: „Es gab einen Duscher – wie eine Explosion.“

Erst saniert
Im Keller des 65-Jährigen stand das Wasser über 1,50 Meter hoch. Die Massen hatten eine solche Gewalt, dass sie die drei neu befüllten 1.000-Liter-Heizöl-Tanks aushoben und umstürzten. Der Pensionist hat sich das Haus erst vor zwei Jahren gekauft und liebevoll saniert: „Wir waren gerade erst fertig und haben letzte Woche noch gesagt, wie schön alles geworden ist.“

Bad geschlossen
Schwer getroffen hat es auch Frankenburg und Ried. In Frankenburg wurden nicht nur rund 100 Garagen, Keller und Straßen mit Geröll und Schlamm überflutet, auch das Altenheim, die Schule und das Freibad wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ob das Bad heuer noch einmal geöffnet werden kann, ist laut Gemeinde fraglich.

Produktion eingestellt
In Ried musste der Flugzeughersteller FACC am Vormittag die Produktion ruhen lassen. Hier entstanden rund 200.000 Euro Schaden

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