Vermisster Tourengeher tot geborgen

Lawinen

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Vermisster Tourengeher tot geborgen

In Österreichs Bergen herrscht in vielen Gebieten Lawinenwarnstufe 3. Bei dieser "erheblichen" Gefahrenlage passieren 45 Prozent der tödlichen Unfälle, sagte Bernhard Anwander von der Vorarlberger Landeswarnzentrale. Am Donnerstag starben fünf Wintersportler durch Lawinen. Ein Tourengeher (40) aus Gaming in NÖ wurde am Freitag in Lackenhof am Ötscher (Bezirk Scheibbs) tot geborgen.

Nach dem Mann hatte es zuvor im sogenannten Grünloch eine groß angelegte Suchaktion gegeben. Im Einsatz standen 73 Bergretter, fünf Mitglieder der alpinen Einsatzgruppe der Polizei, zwei Hundeführer sowie ein Mitglied des Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes. Auch ein Black Hawk des Bundesheeres war angefordert worden. Mit dem Hubschrauber wurden laut Bergrettung Such- und Orientierungsflüge durchgeführt.

Erhebliche Lawinengefahr
In den meisten Bergregionen Österreichs galt am Freitag Warnstufe 3: In Vorarlberg waren Schneebrettauslösungen bereits durch einzelne Wintersportler möglich. Mit der Erwärmung im Tagesverlauf und durch die Föhnverwehungen sollte sich die Gefahr noch erhöhen. Unterhalb von 1.700 Metern waren spontane Nass- und Gleitschneelawinen möglich. In weiten Teilen Tirols wurde die Lawinensituation als "unverändert heikel" bezeichnet. Im Norden herrschte "allgemein erhebliche Lawinengefahr".

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Auch in Oberösterreich mahnten Experten zur Vorsicht: Bereits bei geringer Belastung könne man ein Schneebrett lostreten. In manchen Lagen war auch die Selbstauslösung von kleineren und mittleren Lawinen noch möglich. Im Bundesland Salzburg blieb die Lawinengefahr erheblich (Stufe 3), ausgenommen war der Lungau, wo sie mäßig (Stufe 2) war. Schneebretter konnten bereits bei geringer Belastung brechen.

In der Obersteiermark wurde das Risiko von "groß" auf "erheblich" zurückgestuft, auch hier wurde von Touren abseits der gesicherten Pisten abgeraten. In den westlichen Gebirgsgruppen in Niederösterreich bestand ebenfalls erhebliche Lawinengefahr. Das galt für die Ybbstaler und Türnitzer Alpen, aber auch für das Gebiet Rax-Schneeberg. Die Situation bleibe am Wochenende angespannt.

Erheblich bis mäßig
"Mäßig" (Stufe 2 von fünf) war die Einschätzung des Lawinenwarndienstes für den Großteil der Kärntner Berge. Eine Ausnahme waren die Hochlagen, dort war die Gefahr doch erheblich.

Abfahrten abseits der Pisten seien derzeit "nicht empfehlenswert", sagte Bernhard Anwander: "Angesichts der Unfälle der vergangenen Tage müsste einem aber schon der Hausverstand sagen, hier defensiver zu sein."

Heimtückischer Schwimmschnee
"Der Untergrund ist faul", lieferte der Lawinenreferent der Bergrettung Oberösterreich, Heli Steinmassl, eine Erklärung für die starke Lawinengefahr in den Nordalpen. Grund sei eine heimtückische Schicht Schwimmschnee direkt über dem Boden, auf die große Mengen Neuschnee gefallen sind und die das Abrutschen von Schneemassen begünstigt. Daher werde die Gefahr den ganzen Winter über wohl aufrechtbleiben. "Es ist für mich der schlimmste Winter bisher", so der Experte.

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