Mega-Betrug: 150.000-€-
Telefon-Rechnung

Bad Aussee

Mega-Betrug: 150.000-€-
Telefon-Rechnung

Aus allen Wolken fiel am Dienstag Mag. pharm. Leopoldine P. (54) aus Bad Aussee. Der Internetbetreiber hatte der Frau mitgeteilt, dass durch Telefonate über ihren Account am Wochenende Kosten von 150.000 Euro entstanden waren. Daraufhin erstattete die Frau umgehend Anzeige bei der Polizei. „Ich habe diese Telefonate nachweislich nicht geführt“, versichert die Chefin der Narzissen-Apotheke.

Betrüger schleusten Trojaner in Computer
Spezialisten der Polizei in Liezen und des Landeskriminalamtes versuchen nun herauszufinden, durch welche technischen Tricks die Daten der Internetkundin gehackt worden sein könnten.

„Möglich ist, dass die Täter einen Trojaner eingesetzt haben, um an die Daten zu kommen“, sagt Maximilian Ullrich von der Sicherheitsdirektion Steiermark. Denkbar ist auch, dass sich die Täter in die drahtlose WLAN-Datenübertragung eingeloggt hatten.

Hoher Geldschaden real – und bereits fakturiert
Fest steht allerdings, dass auf Kosten der Obersteirerin am vergangenen Wochenende zahlreiche Telefonanrufe nach Diego Garcia, einem Archipel und US-Stützpunkt im Indischen Ozean, und nach Simbabwe geführt worden sind. Die Rechnung, die der betroffene Telefonanbieters Ascus Telecom im Detail ausstellen muss: 115.00 Euro für die Diego-Garcia-Telefonate, 10.000 für die Verbindungen nach Afrika plus Mehrwertsteuer: Macht summa summarum 150.000 Euro.

Im Gegensatz zur Polizei sagt der Telefonbetreiber, dass der Schaden real sei. Ein Ascus-Sprecher: „Tatsache ist, es wurde um so viel Geld telefoniert. Und die Gebühren dafür wurden fakturiert. Natürlich versuchen wir alles, die endgültige Zahlung zu stoppen. Zweitens wollen wir, dass der Betrüger ausgeforscht wird. Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen.“

Die Polizei jedenfalls warnt vor einem allzu sorglosen Umgang mit persönlichen Daten im Internet. Andererseits: Sowohl das Passwort und der Benutzer-Name der Apothekerin waren (laut Betreiber) sicher. Wie kam der Hacker also an die sensiblen Daten?
 

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