Ebola-Verdacht in Wiener Spital: Negativ

Alarmstufe Rot

Ebola-Verdacht in Wiener Spital: Negativ

Der am Mittwoch aus Wien gemeldete Ebola-Verdachtsfall ist wahrscheinlich negativ. Eine bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) durchgeführte PCR-Untersuchung von Proben nach optimalen Standards hat keinen Virusnachweis erbracht, den Verdacht nicht bestätigt. Dies sagte Sektionsleiterin für Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Pamela Rendi-Wagner, Mittwochabend.

Video zum Thema Wien: Frau mit Ebola-Verdacht im Krankenhaus

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Zuvor war eine 45-Jährige Frau mit hohem Fieber, Kopf -und Gliederschmerzen nach der Rückkehr von einer Nigeria-Reise im Rahmen eines Urlaubs in die Infektionsabteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spitals eingeliefert worden, hatte die MA 15 mitgeteilt. Die Infektionsabteilung am KFJ des Wiener Krankenanstaltenverbundes unter Leitung von Christoph Wenisch ist für die Aufnahme solcher Patienten vorgesehen und speziell ausgerüstet. "Die Dame ist in einem stabilen Zustand. Sie wird wegen ihres Fiebers behandelt", hatte dazu die Wiener Landessanitätsdirektorin Karin Spacek gesagt.

Der Verdacht einer Ebola-Infektion hatte zunächst nicht ausgeschlossen werden können, weil Symptome wie höheres Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen bei vielen Reise- und Tropenerkrankungen auftreten. Unmittelbar nach Einlieferung der Patientin in das Krankenhaus wurde die genaue Labordiagnostik eingeleitet. Die Frau hatte angegeben, während ihres Aufenthaltes in Nigeria mit keinen Kranken in Kontakt gestanden zu sein.

Die AGES hat bereits eine Polymerase-Chain-Reaction-Untersuchungsmethode (PCR) für einen Ebola-Virusnachweis in ihrem Labor etabliert. Dort wurden am Mittwoch Proben untersucht. Bei der PCR wird zunächst das Erbgut möglicherweise in Proben enthaltener Viren vermehrt und dann nachgewiesen. Das Ergebnis des ersten Tests soll jetzt noch am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg bestätigt werden, sagte Pamela Rendi-Wagner. Die endgültigen Testergebnisse dürften morgen, Donnerstag, vorliegen.

Bisher ist man in Österreich bei einem Todesfall in Tirol und zwei Erkrankungsfällen in Oberösterreich von einem möglichen Ebola-Verdacht ausgegangen. Sie stellten sich aber alle als negativ heraus - genauso wie derartige Fälle sonst in Europa. Alle Experten waren auch am Mittwoch davon ausgegangen, dass sich der Verdachtsfall nicht bestätigen würde.

Dafür sprachen mehrere Gründe: Nach den Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Nigeria bis zum 26. August 17 bestätigte sowie Ebola-Verdachtsfälle gemeldet. Sechs Menschen sind dort bisher an der Krankheit gestorben. Nigeria ist Afrikas bevölkerungsreichstes Land. Die Behörden und auch ausländische Experten, zum Beispiel von den nationalen US-Zentren für Krankheitskontrolle (CDC), sind dort intensiv mit Maßnahmen zur Auffindung, Isolierung und Betreuung von Patienten, Verdachtsfällen und Kontaktpersonen beschäftigt. Bisher ist es nur sehr sehr peripher von dem Ausbruch der Virusinfektion betroffen. Der erste Patient in Nigeria hatte sich die Infektion in Westafrika zugezogen und war nach Lagos gereist.
 

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