4 Millionen Euro Gage für Pleite-Pinkl 4 Millionen Euro Gage für Pleite-Pinkl

Kassiert ab

© TZ Österreich Hochmith

 

4 Millionen Euro Gage für Pleite-Pinkl

Die Optik ist mehr als schief: Erst vor wenigen Tagen musste die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) für das Jahr 2009 einen Rekord-Verlust von 1,08 Milliarden Euro bekannt geben. Und genau jetzt zeigen ÖSTERREICH-Recherchen, dass der mitverantwortliche Manager Franz Pinkl trotzdem ordentlich abkassiert hat.

Rund eine Million Euro Abfertigung soll die ÖVAG an den 54-Jährigen überwiesen haben, als dieser am 30. April 2009 aus seinem Job als Generaldirektor ausschied.

Banken-Insider: „Großteil ist an Pinkl geflossen“

Der ÖVAG-Geschäftsbericht für das Vorjahr weist insgesamt 1.611.000 Euro für „Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen“ von Vorstandsmitgliedern auf. Das ist um fast exakt drei Mal so viel wie noch im Jahr 2008 (548.000 Euro). Ein Banken-Insider zu ÖSTERREICH: „Von diesem ­Betrag ist auch ein Teil an zwei weitere Vorstände gegangen, die ebenfalls ausgeschieden sind. Der Großteil, rund zwei Drittel, dürfte aber an Pinkl geflossen sein.“ Dabei dürfte der Niederösterreicher zunächst noch höhere Ansprüche ­gehabt haben. Aus Bankenkreisen heißt es, nur aufgrund der guten Gehaltsaussichten bei seinem nächsten Job als Hypo-Chef konnte eine noch höhere Abfertigung wegverhandelt werden.

Pinkl wird damit endgültig zum „Abfertigungs-Kaiser“ – wobei er sein Reich (ÖVAG, Hypo) jedes Mal als finanziellen Trümmerhaufen verlassen hat.

Notverstaatlichung nach 196 Tagen bei der Hypo
Wie ÖSTERREICH berichtete, kassiert Pinkl für seinen Job als Boss der Hypo-Bank insgesamt rund 2,9 Millionen Euro. Am 1. Juni 2009 trat er den Posten an – 196 Tage später, am 14. Dezember, musste die trudelnde Bank notverstaatlicht werden.

Freilich – als Pinkl als Kapitän das Schiff betrat, war dieses durch Management-Fehler von Ex-Boss Wolfgang Kulterer bereits im Sinken. 1,9 Millionen von den knapp 3 Millionen sind die reine Abfertigung. Dazu kommt insgesamt noch eine Million an „Sonderzahlungen“ zu je 250.000 Euro. So erhält Pinkl per Vertrag etwa eine Viertelmillion alleine für die Abgeltung einer „Konkurrenzklausel“.

Petzner: "Offenlegung, sonst zeige ich an"

ÖSTERREICH: Sie wollen aufgrund der hohen Abfertigungen gegen Pinkl vorgehen. Wie?

Stefan Petzner: Die Volksbank muss zuerst einmal offiziell sagen, wie viel von den 1,6 Millionen Abfertigung an Pinkl geflossen ist. Wenn das nicht passiert, werde ich eine Anzeige gegen den aktuellen Vorstand einbringen. Pinkl ist ja ein gescheiterter Manager – und kassiert trotzdem. Dem gehört eigentlich ein Berufsverbot. Es muss alles aufgeklärt werden.

ÖSTERREICH: Wie müsste Finanzminister Pröll dazu jetzt vorgehen?

Petzner: Pinkl hat bei der Hypo für Verluste gesorgt, bei der Volksbank genauso. Nach der CSI Hypo muss es eine CSI Volksbank geben, bei der alles aufgeklärt wird.

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