Aus Sri Lanka in die Hofburg

Nationalfeiertag

© APA/Dragan Tatic

Aus Sri Lanka in die Hofburg

Am Nationalfeiertag machte auch heuer die Hofburg die Tore für das Volk auf - diesmal legten Bundespräsident Heinz Fischer und seine Frau Margit sogar persönlich Hand an. Für einen kurzen Händedruck mit dem Staatsoberhaupt hatten viele stundenlang gewartet. Eine junge Familie aus Linz hätte "mindestens noch eine Stunde" ausgeharrt. In den Prunksälen der Präsidentschaftskanzlei wurde dann die lange Wartezeit belohnt. Es wurde geblitzt, geherzt und gescherzt. Ein kleines Mädchen schafft es sogar in die Arme der "geübten Oma" Margit Fischer und ergatterte ein Bussi.

Besucher aus Sri Lanka
Die Besucher kamen aus der ganzen Welt, die Top-Entfernung war am frühen Nachmittag Sri Lanka. Für Heinz Fischer macht es scheinbar keinen Unterschied. Der Bundespräsident weiß immer etwas zu sagen, und sei es auch nur etwas über eine Halskette oder ein Kleidungsstück. "Eine Nofretete, sehr schön." "Gehen sie bergsteigen?" "Was machst du gerne?" "Was studieren Sie?" "Ist das ihr Sohn?" "Ist das die Mama?" Gerne würde er mit jedem Besucher noch länger plaudern, sagt er den Journalisten, aber man kann die anderen nicht so lange warten lassen, und so geht es im Eiltempo weiter.

Um Zeit zu sparen und so möglichst vielen Menschen in die Hofburg zu bringen, werden die Erinnerungsfotos von einem Profifotografen geschossen. Fischer macht aber immer wieder eine Ausnahme und lächelt auch für die mitgebrachten Kameras: "Kommen's g'schwind." "Come here." Neben den Glückwünschen bekommt er auch heuer wieder Geschenke in die Hand gedrückt, vielleicht aber etwas weniger als sonst. "Ein Geschenk? Das können wird uns nicht leisten. Das geht sich budgetmäßig nicht aus", sagt Marcus aus Wels. Er hofft aber, dass sich ein Foto mit dem Bundespräsidenten ausgeht - das tut es.

"Wollen echten Eurofighter sehen"
Der junge Oberösterreicher ist damit aber noch nicht vollkommen zufrieden. "Das depperte Plastik-Trumm" von Eurofighter-Attrappe am Heldenplatz regt ihn auf, "wenn wir schon soviel dafür zahlen, wollen wir auch das echte sehen." Auch im Parlament bekommt nicht jeder was er will: "Wir haben Cap gesehen und gesprochen, Prammer die Hand geschüttelt. Graf gesehen - leider Gottes - und Glawischnig war auch da. Wir hätten uns aber mehr erwartet", erzählen zwei Wiener im Hohen Haus.

Pech hatte eine junge Frau aus der Steiermark im Bundeskanzleramt, sie war dort, aber der Kanzler "hat gerade Pause gemacht". Mehr Glück war Peter Hörmannseder von "maschek" beschert. Der Künstler konnte den Regierungschef persönlich treffen und aus der Nähe studieren." "Wir hatten bisher eine virtuelle Beziehung", begrüßte er den Kanzler.

Wenig zum Lachen zumute war einigen Besuchern des Zeltes des Finanzministeriums. "Da schaue ich nicht hin. Es läuft eh davon", meinte eine Dame nüchtern auf die neuen Steuererhöhungen angesprochen. "Net viel", antwortete eine andere Frau aus Wien auf die Frage, was sie vom Sparpaket hält. Auch dem Bundeskanzler blieben Klagen nicht erspart. Nur Heinz Fischer schien weitgehend verschont zu bleiben: "Bis jetzt keine", beschrieb er das Beschwerdeaufkommen.

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