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Biedermann will Strobl nachfolgen

ORF-Personalrochade

© ORF/Thomas Ramstorfer

Biedermann will Strobl nachfolgen

Martin Biedermann (38), seit Anfang Jänner neuer Leiter des ORF-Marketings, wird sich auch um den Posten des Kommunikationschefs des öffentlich-rechtlichen Senders bewerben. Dies kündigte der engste Mitarbeiter von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im APA-Interview an. "Ich gehe davon aus, dass das zeitnah ausgeschrieben wird. Ich werde mich aus heutiger Sicht bewerben. Ich würde diesen Job gerne machen und glaube, dass es wichtig ist, dass Personalunion zwischen der Marketing-Tochter und der ORF-Abteilung Marketing und Kommunikation gegeben ist."

Marketing
Seit wenigen Tagen leitet Biedermann die neue Marketing Service GmbH des ORF, der etwa 160 Mitarbeiter angehören, und in deren Ressort nunmehr die Marketing-Teams von Ö3, FM4 und Ö1, der ORF-Shop, das RadioKulturhaus, der ORF-Kundendienst, ORF-Digital, das klassische Fernseh- und Programm-Marketing, die Führung der ORF-Dachmarke, das Ticket-Service, der Führungsbetrieb (ORF Backstage) und die ORF-Nachlese fallen. Notwendig wurde die neue ORF-Tochter aufgrund der gesetzlichen Vorgabe, dass öffentlich-rechtliche und kommerzielle Aktivitäten des Senders künftig klar getrennt sein müssen. Der Rechnungshof hatte darüber hinaus die Bündelung der Marketingaktivitäten empfohlen.

Strukturelles Problem
"Die Marketing Service GmbH ist öffentlich-rechtlich, im Gegensatz zur kommerziellen ORF-Enterprise, in der bisher das Marketing operativ angesiedelt war. Damit wird dieses strukturelle Problem bereinigt", so Biedermann. Ziel sei es nun, gewisse Bereiche zu poolen und zu bündeln, um mehr für den ORF herauszuholen, "etwa Mediaeinkauf - zum Beispiel Außenwerbung und Print - oder Werbemittel". Darüberhinaus sei eine noch besser koordinierte Planung und Steuerung unternehmensweiter Kampagnen und Schwerpunkte anzustreben. Es sei aber keinesfalls eine zentrale Steuerung der verschiedenen dezentralen Marketingaktivitäten geplant, sagte Biedermann. "Das ist nicht mein Zugang. Es gibt keine Zentralisierung bei der inhaltlichen Ausrichtung und Markenführung der einzelnen Sendermarken, etwa im Radio."

Angeschlagenes Image
Damit das zuletzt angeschlagene Image des ORF wieder besser wird, müssten laut Biedermann Management und alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen. "'Das Produkt ist die Botschaft' lautet die Devise. Ziel muss es sein, dass wir unsere Programme in jeder Art der Kommunikation in den Vordergrund stellen und weniger sonstige Interna, von denen es zuletzt einige gab. Da ist das gesamte Team gefordert, insbesondere jene Kollegen, die im 'Nebenberuf' und ohne Auftrag Öffentlichkeitsarbeit betreiben", so Biedermann.

Ob er seine Rolle ähnlich wie Ex-Marketing- und Kommunikationschef Pius Strobl anlegen werde, der in den Augen vieler quasi wie ein ORF-Generalsekretär agiert hatte? Biedermann: "Einen Generalsekretär gibt es seit Gerhard Weis nicht mehr. Generalsekretäre hatten auch unterschiedliche Aufgaben, von Personalagenden bis Strategieentwicklung und Kommunikation. Was man bei Pius Strobl wohl gemeint hat, war, dass er sich auch um Dinge gekümmert hat, die nicht unbedingt in die engere Kompetenz von Marketing und Kommunikation fallen, die ihm aber im Auftrag des Generaldirektors und in Projektform mehr oder weniger formell übertragen wurden." Solche Projekte werde es wahrscheinlich auch in Zukunft geben. "Also gehe ich davon aus, dass mich der Generaldirektor zukünftig auch mit Dingen beauftragen wird, die nicht unmittelbar in den Bereich Kommunikation fallen." Als Beispiel nennt Biedermann etwa die Strategiegruppe zu ORF eins.

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