Deftige Stimmung bei FPÖ-Wahlabschluss

200 bei Gegendemo

© APA/ROLAND SCHLAGER

Deftige Stimmung bei FPÖ-Wahlabschluss

Mit deftiger Kost hat die FPÖ ihren Wahlkampf in Oberösterreich Freitagabend im Bierzelt auf dem Urfahraner Jahrmarktgelände abgeschlossen. Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und Spitzenkandidat Manfred Haimbuchner wetterten gegen die politische Konkurrenz sowie Kriminelle, Ausländer und "Sozialschmarotzer". Abgeschlossen wurde die Veranstaltung, bei der viel Bier geflossen ist, mit Live-Musik. Bei den vermeintlichen Wahlhelfern, die Kappen mit der Aufschrift "HC mach mir ein Kind, dass nicht alle von die Ausländer sind" verteilt hatten, handelte es sich laut FPÖ um eine Störaktion.

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Die Hautfarbe
Strache versprach, wenn er etwas zu sagen hätte, die Abschiebung von Kriminellen, "Asylmissbrauchern" und Drogendealern. Ihm sei es gleichgültig, was für eine Hauptfarbe jemand habe, aber "mit denen wollen wir abfahren, mit diesen Verbrechern", so Strache in seiner fast einstündigen Rede.

Strache spricht gebrochen Deutsch
Straches Anti-Ausländer-Parolen konzentrierten sich hauptsächlich auf Attacken gegen Türken. Er meinte sogar, es gebe kein "Ausländerproblem", sondern ein "Türkenproblem". Er ortete Rassismus gegen Österreicher. Im gebrochenem Deutsch hörte sich das aus Straches Mund so an: "Was gucken du so blöd, du wollen Watschen mit Fuß, du Scheiß-Österreicher". Den "türkischen Brüdern" mit dem Taschenmesser zeige er die "Tür hinaus", so der FP-Chef.

Die Jugend
Mit Blick auf die starke Zustimmung von Jugendlichen für die FPÖ meinte Strache: "Wer die Jugend auf seiner Seite hat, dem gehört die Zukunft. Gebt mir zehn Jahre und wir werden die stärkste Partei." Denn es sei nicht "gottgegeben", dass ÖVP und SPÖ den ersten und zweiten Platz haben. Auch die Vorarlberg-Wahl habe gezeigt: "Wir sind zurück." Sein Ziel sei es, dass SPÖ und ÖVP nicht einmal mehr zusammen 50 Prozent schaffen. In Anspielung auf das Gewicht von ÖVP-Chef Josef Pröll meinte er, dieser würde "Frustspeck" anlegen, wenn die Umfragen nach unten gehen.

Auch gegen Langzeitarbeitslose und Häftlinge hatte Strache Pläne parat. "Sozialschmarotzern" wolle er den "Garaus" machen und für "Häfnbrüder" in den "Luxuswellnesshäfn" würde es unter ihm nur "Wasser, Brot und Arbeit" geben.

Gegen-Demo
Einer durfte natürlich auch nicht fehlen - nämlich "Haimburger". So kündigte der Frontman der Band den Spitzenkandidat der oberösterreichischen Landtagswahl an. Gemeint hat er wohl Manfred Haimbuchner. Gleichzeitig mit dem Einzug der Promis ins Bierzelt demonstrierten vor dem Jahrmarktgelände rund 200 Menschen gegen Faschismus. Von den FPÖ-Anhängern auf Distanz gehalten wurde sie von einem massiven Polizeiaufgebot mit über 100 Mann.

Haimbuchner zeigte im Bierzelt, dass auch er ordentlich wettern kann und bekam dafür von der Menge lauten Applaus. Er sprach mehrmals von "Überfremdung" und ansteigender Kriminalität. Sobald er auf das Thema Ausländer zu sprechen kam, stieg die Begeisterung des Publikums. Kein Halten mehr kannten sie bei seiner Forderung: "Die Familie Zogaj gehört abgeschoben."

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