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EU-Wahl: ÖVP Nummer 1, FPÖ gewinnt

Seiten: 12

Es ist der Sieg einer grauen Maus – und was für einer! Der langjährige EU-Parlamentsvize Othmar Karas, dem man auch in der ÖVP lange keine Spitzen­position zugetraut hat, fährt am Sonntag klar Platz 1 für die ÖVP ein. Der SPÖ mit dem Überraschungskandidaten Eugen Freund bleibt der undankbare zweite Platz – die FPÖ konnte wieder massiv aufholen. Allerdings: Weil die Wahlbeteiligung nur bei 45 % lag (2009: 46 %), blieben viele FPÖ-Wähler zu Hause.

Hölzerner Stil des ÖVP-Kandidaten kam gut an
Die ÖVP verliert zwar knapp 3 % im Vergleich zu 2009 und damit auch eines ihrer bisher sechs Mandate – der hölzerne, aber durchaus glaubwürdige Pro-EU-Wahlkampf von Otmar Karas kam an: Er erreicht laut ­vorläufigem Endergebnis 27,3 % und klar Platz eins. Im ersten Interview mit ÖSTERREICH jubelte Karas: „Ich konnte mich von Platz drei vorkämpfen.“ Eines ist klar: Sein klarer Sieg dürfte Parteichef Michael Spin­del­egger in der ÖVP eine Obmanndebatte vorerst ersparen.

EU Aut © TZ ÖSTERREICH
So wählte Österreich.

Die SPÖ kam gestern auf 24,2 % (fünf Mandate). Spitzenkandidat Eugen Freund konnte damit das Wahlergebnis vom letzen Mal zwar halten, Platz 1 für die Roten bei einer Europawahl ist aber weiterhin in weiter Ferne. Freund will sein Mandat annehmen und sich im EU-Parlament um Jugendbeschäftigung kümmern.

Die FPÖ von HC Strache hat die 20-%-Marke ganz knapp übersprungen – was sich nach Auszählung der 350.000 Wahlkarten aber noch ändern dürfte. Laut ORF-Hochrechnung wird die FPÖ letztlich nur bei 19,5 % landen. Es gab wohl zu wenig EU-Wut.

Grüne mit dem besten ­Ergebnis aller Zeiten
Die Grünen erreichen mit 14 % das beste Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl, gewinnen ein Mandat auf drei dazu.

Vor allem in den Städten sind die Grünen sensationell: Sie sind erstmals Nummer 1 in Graz (24,7 %) und Innsbruck (25 %) und mit 20 % noch vor der FPÖ Nummer 2 in Wien.

Die NEOS blieben klar unter ihren Erwartungen: Patscherte Auftritte von Spitzenkandidatin Mlinar schadeten, die Mobilisierung fehlte: nur ein Mandat und magere 7,6 %.
 

Karas: "Habe mich von Platz 3 vorgekämpft"

ÖSTERREICH: Warum konnten Sie Platz eins so deutlich verteidigen?
Othmar Karas: Ich bin sehr glücklich, dass wir wieder den ersten Platz erringen konnten. Ich habe mir das durch mein langjähriges Engagement für Europa erarbeitet und mir anscheinend auch ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit erworben. Immerhin bin ich ja zu Beginn des Wahlkampfs auf Platz drei gestartet und habe mich nach vorn gearbeitet.

ÖSTERREICH: Was sagen Sie zum Vormarsch der rechten EU-Gegner? In Österreich legte ja die FPÖ stark zu.
Karas: Ich halte fest: Drei Viertel der Europäer haben den proeuropäischen Parteien ihre Stimme gegeben. Das gilt auch für Österreich: Die FPÖ liegt hinter ihren Möglichkeiten.

ÖSTERREICH: Werden Sie jetzt den Kommissarssessel für sich beanspruchen?
Karas: Die Europäer haben an diesem Sonntag Jean-Claude Juncker zum Kommissionspräsidenten gewählt. Der österreichische Kommissar stand nicht zur Wahl. Ich freue mich jetzt einmal über den Sieg.
 

Spitzenkandidat bringt ÖVP-Sieg

Warum wählten die Österreicher ausgerechnet die ÖVP an die erste Stelle? Nun, laut Sora-Wahlmotiv-Umfrage zog ausgerechnet der knochentrockene ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas am besten. Sage und schreibe 83 % der ÖVP-Wähler kreuzten ÖVP wegen Karas an, 85 % wählen Schwarz, weil Karas „die Interessen in Europa am besten vertritt“.

EU Aut © TZ ÖSTERREICH

Die anderen Parteien hatten bei weitem nicht so zugkräftigen Spitzenkandidaten: Eugen Freund zog für 73 % der SPÖ-Wähler, Harald Vilimsky war für 68 Prozent entscheidendes Wahlmotiv.
Ulrike Lunacek vermochte 64-Prozent der Grün-Wähler für sich zu begeistern, Angelika Mlinar nur 59 Prozent der NEOS-Fans. Die NEOS waren für viele vor allem wegen ihrer Erneuerungsfähigkeit interessant – 82 % sahen das so.

Viele Martin-Wähler stimmten für die FPÖ
Die einstigen Wähler des EU-Rebellen Hans-Peter Martin (17,7 % oder 507.000 im Jahr 2009): 130.000 von ihnen kreuzten diesmal die FPÖ an, weitere 127.000 wanderten zu den Nichtwählern ab. Der Rest verteilte sich etwa zu gleichen Teilen auf SPÖ (57.000), ÖVP und Grüne (je 54.000) sowie die NEOS (46.000).

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