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Gewalt an Frauen: Jede fünfte Frau betroffen

Aktionstag gegen Gewalt

Gewalt an Frauen: Jede fünfte Frau betroffen

Jede fünfte Frau wird einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt. "Das ist alarmierend", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen. In der WHO-Region Europa wird jede vierte Frau zumindest einmal Opfer von Gewalt. Vieles scheint jedoch in Österreich im Dunkeln zu bleiben, denn die Kriminalstatistik 2012 weist österreichweit "lediglich" 28.505 diesbezügliche Anzeigen auf.

42 Prozent der Opfer sind weiblich
Unter den 28.505 Anzeigen mit Frauen als Opfer fanden sich 14.563 "strafbare Handlungen gegen Leib und Leben", 11.975 "strafbare Handlungen gegen die Freiheit" und 1.967 "strafbare Handlungen gegen sexuelle Integrität". In diesen drei Deliktgruppen machten Frauen insgesamt 42 Prozent der Opfer aus. Bei den Sexualdelikten waren es jedoch 88 Prozent.

Folgekosten von 78 Mio. Euro jährlich durch familiäre Gewalt
78 Millionen Euro machen die jährliche Folgekosten von familiärer Gewalt in Österreich aus, ergab eine Untersuchung des Instituts für Konfliktforschung. Darin enthalten sind u.a. medizinische Versorgung, Polizei- und Justizeinsätze, Ausfälle am Arbeitsplatz und Sozialhilfe.

Die Wiener Polizei hat im Vorjahr 3,215 Betretungsverbote und/oder Wegweisungen ausgesprochen. In ganz Österreich waren es 7.748 Wegweisungen.

Aktion "16 Tage gegen Gewalt"

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen startet heute Montag die 16 Tage gegen Gewalt" am Montag. Jedes Jahr machen in diesem Aktionszeitraum unzählige Organisationen auf das Thema aufmerksam.

"Heuer möchte ich die Hilfseinrichtungen in den Mittelpunkt stellen", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Wichtig sei ihr zu zeigen, dass es in Österreich mit dem Gewaltschutzgesetz und den -einrichtungen ein wichtiges und dichtes Netz gebe, damit betroffenen Frauen und Kindern rasch geholfen werden könne. Heinisch-Hosek verwies u.a. auf die 24 Stunden am Tag erreichbare Frauen-Helpline 0800/222555 sowie auf die neue fem:HELP-App (frauen.bka.gv.at).

"Gewalt wird immer noch tabuisiert, was Betroffenen das Sprechen über ihre Erfahrungen erschwert oder verunmöglicht, beispielsweise bei sexueller, häuslicher oder psychischer Gewalt", betonte Martina Wurzer, Frauensprecherin der Grünen Wien. Betroffene von Gewalt und Gewalttäter finden sich in allen Schichten und Altersgruppen. "Es braucht noch viel Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit", so Wurzer.

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter

Eine Enttabuisierung des Themas verlangte auch die Freiheitliche Frauensprecherin Carmen Gartelgruber. Ein verbesserter Opferschutz sei in diesem Zusammenhang ein zentrales Thema, bei dem noch großer Handlungsbedarf bestehe.

Gewalt gegen Frauen habe viele Gesichter. Darauf machte Team Stronach Frauensprecherin Martina Schenk aufmerksam. "Neben physischer, sexueller und psychischer Gewalt gibt es auch noch ökonomische und soziale Gewalt. Es braucht Zivilcourage und den richtigen Einsatz der Politik, um gewalttätige Vorfälle zu minimieren beziehungsweise zu verhindern."

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