Profi rechnet nach

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"Glawischnig fuhr nur 128 km/h"

Die Aufregung war groß. Und der Spott der Konkurrenz ebenfalls. War doch das grüne E-Mobil der Marke Opel Ampera mit Parteichefin Eva Glawischnig am vergangenen Freitag auf der Südautobahn gefilmt worden: „Glawischnig rast bei Sommertour 2012 mit 160 km/h im Elektroauto“ so der Poster „DerSchlurf“, der bei etwas Recherche als FP-Parteigänger zu erkennen ist.

Glawischnigs Fahrer konnte eine „geringfügige Geschwindigkeitsübertretung“ nicht ausschließen. Doch vermutlich war es nicht einmal das: Der Film- und Video-Experte Robert Niessner rechnete anhand des Schattenfalls und der Begrenzungslinien sowohl Tempo des Ampera als auch den Abstand zu den vorderen Fahrzeugen aus – schließlich sieht es so aus, als würde sich der ­Ampera durch die Kolonne „durchdrängeln“.

■ Zuerst 128 km/h: Als das Auto ins Bild kommt, fährt es mit 128 km/h auf der Überholspur, so Niessner gegenüber ÖSTERREICH. Erlaubt sind 130. Zwar sei gerade das Anfangsbild verwackelt – doch Niessner berechnet das Tempo auf Basis der Bremsdauer in der nächsten Szene. Dazu analysierte er das ­Video Bild für Bild.

■ Abbremsen auf 108 km/h: Denn der Ampera bremst exakt 3,5 Sekunden – Niessner errechnet anhand der Begrenzungslinie danach ein Tempo von 108 km/h. In 3,5 Sekunden verzögerte der Wagen um 20 km/h, so der Experte.

■ Abstand 30 Meter: Laut Niessner fährt der Glawischnig-Wagen seinem Vordermann bis auf 30 Meter auf. Das ist dann doch zu wenig. Bei 100 km/h wäre der Sicherheitsabstand 108 m.
 

Autor: Günther Schröder
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