06. November 2009 14:52
Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) hat am Freitag die höchste
Auszeichnung der Republik erhalten: Bundespräsident Heinz Fischer
überreichte ihm in der Hofburg das "Große Goldene Ehrenzeichen am
Bande für Verdienste um die Republik Österreich". Das
Staatsoberhaupt gratulierte dabei dem Stadtoberhaupt zu seinem 15-jährigen
Amtsjubiläum. Häupl ist seit dem 7. November 1994 Bürgermeister und
Landeshauptmann von Wien.
Antrag von der Regierung
Der Antrag für die Verleihung kam von
der Bundesregierung, wie Fischer berichtete. Der entsprechende Beschluss sei
einstimmig gefallen. An der Verleihung haben zahlreiche prominente
Spitzenpolitiker, vor allem aus den Reihen der SPÖ, beigewohnt - unter
anderen Bundeskanzler Werner Faymann (S), Nationalratspräsidentin Barbara
Prammer (S) sowie Mitglieder der Bundes- und Stadtregierung. Aber auch
Häupls Familie war zugegen.
Fischer erinnerte in seiner Rede zunächst daran, was Häupl bei einer
früheren Gelegenheit dem damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil
ausgerichtet hatte, als eine Ehrung bevorstand: "Sagen sie ihm, kurz
und bündig soll er es machen." Diesen Wunsch könne er nicht ganz
erfüllen, so Fischer heute. Er verzichte jedoch darauf, Geschichten aus
diversen Gremien zu erzählen, in denen er mit Michael Häupl gesessen sei: "Das
wäre kurz und bündig nicht mehr unterzubringen."
"Bemerkenswert"
"Du hast unglaubliche Energie
und Tatkraft in die Entwicklung der Bundeshauptstadt investiert",
würdigte Fischer den Bürgermeister. Die Position Wiens unter den
Hauptstädten der Welt, was Lebensqualität, was die Schönheit betreffe, das
Wien des kulturellen und auch des wissenschaftlichen Lebens: "Das ist
alles sehr bemerkenswert."
Fischer erinnerte auch an die persönliche Zusammenarbeit mit Häupl, etwa im
Bereich Naturschutz, sowie an eine gemeinsame Leidenschaft: "Nicht
einmal das Thema Fußball kann uns entzweien." Trotz "unterschiedlicher
Vorlieben" pflege man eine harmonische Zusammenarbeit, so der
deklarierte Rapid-Fan Fischer in Richtung des Austria-Anhängers Häupl.
Dieser zeigte sich jedenfalls erstaunt. "Zunächst einmal darf ich
deinen Mut bewundern, dass du das Thema Fußball heute (nach den Niederlagen
der beiden Vereine, Anm.) ansprichst", meinte Häupl im Auftakt seiner
Dankesrede.
Kreisky-Zitat
Häupl zitierte einen Spruch Bruno Kreiskys: "Es
ist die Rache der Geschichte an den jungen Revolutionären, dass sie im
fortgeschrittenen Alter mit Orden und Ehrenzeichen geschmückt auf den
Opernball gehen müssen." Aber, so betonte Häupl, man werde
zweifelsfrei älter und sehe die Dinge dann anders. Er sei "sehr,
sehr dankbar" für die Entscheidung der Bundesregierung.
Die hohe Auszeichnung fasse er nicht als "Dekoration" auf, die
sich mit dem zunehmenden Alter ergebe, sondern als einen Dank, den man ihm
entgegenbringe. Das Ehrenzeichen sei aber auch ein "Animo für die
Zukunft". Und Häupl versprach: "Ich werde selbstverständlich
mit Stolz beim nächsten Opernball diese Auszeichnung tragen."