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Hofburg: Griss schon Umfrage-Siegerin

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Hofburg: Griss schon Umfrage-Siegerin

Es war die Woche der Irmgard Griss: Am Dienstag warb sie bei der FPÖ um Zustimmung und bekam von Parteichef Strache einen Blumenstrauß. Am Donnerstag sprachen sich die Neos – etwas zurückhaltend – für sie aus. Und am Freitag erklärte Griss ihr Antreten bei der Bundespräsidentenwahl im April –als 1. Kandidatin.

Favoritin
Griss startet als Favoritin: Laut aktueller ÖS-TERREICH-Umfrage (400 Befragte, 15. bis 17.12.) käme Griss auf 31 % – also Platz 1. Doch Ex-Grünen-Chef Van der Bellen liegt knapp dahinter, er erreicht 29 %. Es wäre eine Stichwahl nötig.

Pröll und Hundstorfer sind weit abgeschlagen
Peinlich für die etablierten Parteien: Weder der vermutliche ÖVP-Kandidat Erwin Pröll noch Rudolf Hundstorfer von der SPÖ hätten zumindest derzeit etwas mit der Entscheidung zu tun. Beide bräuchten also einen Power-Wahlkampf, der sich gewaschen hat.

Schwer
Sieht man sich die Details der Umfrage an, wird klar, wie schwer das wird: Bei der Frage „Wer wäre ein guter Bundespräsident?“ kann Griss bei bürgerlichen Wählern punkten – 48 % ÖVP­ler halten sie für gut. Weitere Griss-„Hochburgen“: westliche Länder (47 %), Pensionisten (52 %) und – die Männer mit 44 %.

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Griss: "Schadet nicht, dass ich eine Frau bin"

Im ÖSTERREICH-Interview erzählt die Präsidentschaftskandidatin von ihren Plänen und Vorstellungen.

ÖSTERREICH: Warum wollen Sie Präsidentin werden?

Irmgard Griss: Weil ich glaube, dass ich etwas bewirken kann, und weil ich glaube, dass es wichtig und notwendig ist. Mich sprechen Leute auf der Straße an, in der U-Bahn, im Zug und sagen „Bitte machen Sie es. Es muss sich was ändern, es kann so nicht weitergehen.“ Natürlich weiß ich, dass das oft übersteigerte Hoffnungen sind, aber ich glaube schon, dass man was bewirken kann.

ÖSTERREICH: Als Präsidentin hat man aber hauptsächlich repräsentative Aufgaben.

Irmgard Griss: Der Bundespräsident hat Gestaltungsmacht durch seine Persönlichkeit und das Wort. Er kann die Aufmerksamkeit auf Themen lenken, Diskussionen einfordern. Er kann eine bestimmte Sprache einfordern, eine, die nicht verhetzt. Das ist schon eine große Macht, das kann schon etwas bewirken.

ÖSTERREICH: Ist Ihr Vorteil, dass es Zeit wird für die erste Frau in der Hofburg?

Griss: Es gab ja schon einige Kandidatinnen. Ich glaube, wir sind jetzt in einer be­sonderen Situation, weil der Wunsch nach Ehrlichkeit so groß ist. Ich glaube, dass darin meine Chancen begründet sind. Es schadet aber natürlich auch nicht, dass ich eine Frau bin – hoffe ich jedenfalls. Es ist schon ein Si­gnal, dass es für eine Frau auch möglich ist, in ein hohes Staatsamt zu kommen, selbst wenn sie nicht von einer Partei gepuscht wird.

ÖSTERREICH: Wie gehen Sie mit Geldspenden um?

Griss: Es werden alle Geldgeber offengelegt, und wir gehen völlig transparent vor. Das gilt für Spenden in jeder Höhe. Wenn also jemand sagt, er will nicht, dass das offengelegt wird, dann nehmen wir das Geld nicht. Wir haben momentan etwas über 100.000 Euro auf dem Konto, und ich habe schon viele Zusagen. Das Minimum sind 500.000 Euro. Wir haben ja auch ein Team, das bezahlt werden muss, und gewisse Aufwendungen sind unvermeidbar. Aber ­natürlich können wir nie in diesem großen Maß werben, wie es die anderen Parteien tun.Karin Fischer

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