23. März 2009 10:43
Dabei dürfte das Amt als Klubchef für den 47-jährigen durchaus bewältigbar
gewesen sein, zumal der SP-Klub als homogene Gruppe gilt und die Wiener SPÖ
dank absoluter Mehrheit auch keinen Koalitionspartner besänftigen musste.
Dies heißt jedoch nicht, dass der stets freundliche Oxonitsch kein
politisches Geschick besäße - ist doch seine Politik- und Parteikarriere
bisher weitgehend friktionsfrei verlaufen.
Vom Schulsprecher bis ins Rathaus
Ottakring und SPÖ, so lauten
die Eckpunkte dieser Laufbahn. Diese begann bereits in den jungen Jahren des
am 21. Dezember 1961 geborenen Oxonitsch: So übte er in der angesehenen AHS
Maroltingergasse im 16. Bezirk die Funktion des Schulsprechers aus. Nach der
Matura und einigen Semestern Geschichte und Germanistik war er als
pädagogischer Mitarbeiter bei den Österreichischen Kinderfreunden tätig.
1986 erfolgte die Wahl zum Bundesvorsitzenden der Roten Falken Österreichs.
1991 wurde Oxonitsch in die Bezirksvertretung von Ottakring gewählt - dem
Heimatbezirk des derzeit amtierenden Bürgermeisters Michael Häupl (S). Von
1992 bis 1997 war er Sekretär der dortigen SPÖ. Seit 1997 steht er als
Vorsitzender an der Spitze der Bezirksgruppe.
Der Wechsel in den Landtag bzw. Gemeinderat erfolgte im Jänner 1996, wobei
er bei der Wahl im Herbst desselben Jahres den Sprung ins Stadtparlament
verpasste. Die Pause währte aber nur kurz: 1997 übernahm er das Mandat des
verstorbenen SP-Politikers Andreas Honay. Der Abgeordnete Oxonitsch
beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit den Bereichen Planung und Wohnbau.
2001 - Chef des SPÖ-Gemeinderatsklubs
Dieses planerische
Talent dürfte wohl auch eine Rolle bei der Wahl zum Vorsitzenden des
SP-Gemeinderatsklubs am 20. April 2001 gespielt haben. Sein Vorgänger,
SP-Urgestein Johann Hatzl, wurde Landtagspräsident.
Neben dem politischen Kontakt zur SPÖ-Stadtregierung hatte Oxonitsch dabei
über längere Zeit auch private Verbindungen in die Riege der Wiener
Stadträte: Spätestens nach der Hochzeit im Frühling 2006 bildeten er und die
SP-Umweltstadträtin Ulli Sima eines der prominentesten Polit-Paare. Diese
familiäre Konstellation nährte Gerüchte, dass der erfolgreiche Klubchef
trotz eines steten Status als Kandidat aus parteitaktischer Räson bisher
nicht bei vormaligen personellen Veränderungen der Stadtregierung zum Zuge
kam. Die Ehe wurde mittlerweile geschieden.