Millionäre streiten um Reichen-Steuer

Wer dafür/dagegen ist

Millionäre streiten um Reichen-Steuer

Der Polit-Streit in der Koalition um die Millionärs-Steuer führt nun auch zu heftigen Debatten unter den Reichen des Landes. „Warum ist eine Erhöhung niedriger Reichensteuern bei uns tabu?“ Ex-SPÖ-Politiker und Millionär Hannes Androsch will eine Reichensteuer – unter strengen Bedingungen. Zusammen mit anderen Reichen wie Ex-Siemens-Chefin Brigitte Ederer oder Erste-Bank-Chef Andreas Treichl fordert er höhere Abgaben für ganz Reiche.

Androsch fordert eine Erhöhung der Grundsteuer. Mit den Einnahmen soll teilweise eine Steuerreform finanziert werden. Das lehnt ÖVP-Vizekanzler Michael Spindelegger ab. Er befürchtet, dass Reiche aus Österreich auswandern würden.

Lugner will vor Steuer nach Bratislava flüchten
Genau damit droht Baulöwe Richard Lugner im ÖSTERREICH-Interview: „Ich bin gegen Vermögenssteuern. Wenn die kommen, dann kaufe ich mir ein Haus in Bratislava.“

Auch Niki Lauda lehnt eine Reichensteuer ab. Er meinte in der ZIB 2: „Wenn es keinen guten Plan gibt, dann bin ich überhaupt nicht bereit, irgendetwas zu zahlen.“
 

Androsch: "Grundsteuer gehört jetzt erhöht"

ÖSTERREICH: Soll eine Reichensteuer kommen?
Hannes Androsch: Was für eine Reichensteuer soll kommen? Darüber muss diskutiert werden. Klar ist, dass die Steuern auf Arbeit viel zu hoch sind. Das gehört repariert.

ÖSTERREICH: Und gleichzeitig dann eine höhere Besteuerung von Vermögen?
Androsch: In Maßen. Die Grundsteuer ist auf jeden Fall zu niedrig, weil die Berechnungswerte nie erhöht wurden. Das muss geändert werden. Warum ist die Erhöhung dieser bei uns so besonders niedrigen Reichensteuer tabu? Da wäre viel zu holen.

ÖSTERREICH: Und die Gefahr, dass Reiche dann abwandern?
Androsch: Ich kann ja nicht meine Fabrik zusammenpacken und ins Ausland gehen. Es gibt noch mehrere Gründe im Land zu bleiben. Aber das Steuersystem muss bei einer Reform balanciert bleiben.
 

Lugner: "Bei Millionärssteuer wandere ich aus"

ÖSTERREICH: Wie stehen Sie zur Vermögenssteuer"
Richard Lugner: Ich bin dagegen. Wenn die Vermögenssteuer kommt und das Steuersystem bleibt, wandere ich aus. Dann kauf ich mir ein Haus in Bratislava, da brauch ich auch nicht länger.

ÖSTERREICH: Warum sind Sie gegen diese Pläne?
Lugner: Ich zahle jetzt schon 50 Prozent Steuer. Ich sehe nicht ein, dass ich dann noch zusätzlich Vermögenssteuer zahlen soll. Wir befinden uns in einem Konjunkturtief. Millionäre wie ich investieren das Geld ja in ihre Unternehmen, um die Konjunktur anzukurbeln und den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken.

ÖSTERREICH: Welche Option wäre für Sie denkbar?
Lugner: Wenn der Kanzleramtsminister Ostermayer eine Millionärssteuer wie in der Schweiz anstrebt, dann soll auch das Steuersystem jenem der Schweiz angeglichen werden. Unsere Steuerbelastung ist viel zu hoch.

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