ÖVP-Stenzel für Rad-Taferl

Nein "Blödsinn"

ÖVP-Stenzel für Rad-Taferl

Die ÖVP-Bezirksvorsteherin der Wiener Innenstadt, Ursula Stenzel, bekräftigt ihre Unterstützung für den kürzlichen Vorstoß von Bürgermeister Michael Häupl (S), über Nummerntafeln für Fahrräder nachzudenken. Die schwarze Landespartei lehnte die Idee mit Verweis auf den hohen Verwaltungsaufwand hingegen ab, was Stenzel mit durchaus heftigen Worten kritisierte: "Das ist ein Blödsinn, das ist einfach aus der Hüfte geschossen. Ich glaube, in der ÖVP ist da noch nicht das letzte Wort gesprochen." Sie wolle mit Parteichef Manfred Juraczka aber noch persönlich darüber reden, betonte sie.

"Kein gutes Argument"
Der Verwaltungsaufwand sei "kein gutes Argument, weil dann dürfte ich nirgends Tafeln haben", verwies die City-Chefin auf die Nummernpflicht bei Mopeds oder Autos. Es könne doch kein Aufwand sein, wenn beim Radkauf das Taferl einfach dazukomme. Das sei eine Versicherungsfrage. "Das Problem bei den Radfahrern - nicht bei allen, aber bei dieser Militanzgruppe - ist, dass sie die Straßenverkehrsordnung boykottieren", ärgerte sich Stenzel über Biker, die in Fußgängerzonen, auf Gehsteigen und gegen die Einbahn unterwegs sind. Diese könnten dank Nummerntafel dann dingfest gemacht werden.

 "Warum nicht Nummerntafeln? Nur weil die Polizei dann vielleicht mehr Personal (zur Kontrolle, Anm.) bräuchte? Dann stellt man halt mehr Personal ein. Das ist mein Appell an die Innenministerin", richtete Stenzel ihrer Parteikollegin Johanna Mikl-Leitner aus.

Gegen Kahlschlag
Apropos Radverkehr: Ein Dorn im Auge ist der Bezirkskaiserin der laufende Ausbau des Ringradwegs, um ihn noch in diesem Jahr durchgängig auf beiden Seiten befahrbar zu machen. Dafür müssten 70 Bäume rund um die Prachtstraße - allein 23 beim Parkring - geopfert werden. Für Stenzel bedeutet der "Kahlschlag" eine Gefährdung des Weltkulturerbe-Prädikats für die Innenstadt: "Ich halte das für einen wirklichen Eingriff in das Weltkulturerbe."

Schließlich habe die UNESCO der City den Welterbestatus auch deshalb verliehen, weil die Ringstraße eine der schönsten Boulevards ist: "Da gehören die Bäume dazu." Sie werde jedenfalls die kürzlich eingelangten Anträge - "ein Kilo Akten" - auf Fällung nicht genehmigen. "Ich lege hier mein Veto ein. Ich gehe auf die Barrikaden für die Ringbäume", versicherte sie. Denn laut den Anträgen stellen nur vier davon eine Gefährdung für Menschen dar. Sollte trotzdem die Fällung erfolgen, "geschieht das allein unter der Ägide einer rot-grünen Stadtregierung". Stenzel hofft jedenfalls auf Widerstand in der Bevölkerung.

Abgesehen davon bezweifelt sie die grundsätzliche Notwendigkeit des "Luxusradwegs", der mit gut zwei Mio. Euro zu Buche schlage und lediglich ein "Wunsch der Radlobby" sei. Das Ring-Rund auf der Stadtinnenseite sei ausreichend. "Wenn sich Radfahrer disziplinierter verhalten würden, wäre der Weg auch weniger unfallanfällig. Man kann halt in einer Großstadt nicht rasen."

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