PVA-Obmann droht mit Klage gegen Gesundheitsreform

Weiter Uneinigkeit

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PVA-Obmann droht mit Klage gegen Gesundheitsreform

600 Millionen Euro soll das Sparpaket für die Kassen bringen – und weil die Einsparungen bei Ärzten, Medikamenten und Spitälern nicht gleich greifen, soll der Bund in den nächsten vier Jahren 450 Millionen in die Krankenversicherung stecken. Doch das Paket, das die Sozialpartner geschnürt haben und das am Mittwoch von den Ministern Andrea Kdolsky (ÖVP), Erwin Buchinger (SPÖ) sowie von Kanzler und Vizekanzler endverhandelt werden soll, wackelt gewaltig.

Klage vor VfGH
Im "Ö1 Morgenjournal" übte Karl Haas, Obmann der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), nochmals heftige Kritik an dem Reformentwurf. Ihn stört vor allem die geplante Stärkung des Hauptverbandes. Dieser soll damit künftig verbindliche Richtlinien erstellen und die Budgets absegnen können. In den Augen des PVA-Obmanns kommt dies einer Demontage der Selbstverwaltung gleich. Sollte dies wirklich so kommen, droht er mit einer Klage vor dem Verfassungsgerichtshof. Außerdem ist er der Meinung, dass sich der ÖGB über den Tisch hat ziehen lassen.

Neugebauer rebelliert
Auch auch innerhalb der ÖVP gibt es einen Machtkampf. Der Grund: Der ÖAAB sieht beim Umbau der Krankenversicherung seine Felle davonschwimmen. Die schwarzen Arbeitnehmer sollen um wichtige Posten umfallen. Und: Zur Sanierung soll die schwarze Beamtenversicherung pro Jahr bis zu 30 Millionen Euro beitragen. ÖAAB- und Beamtenchef Fritz Neugebauer stieg gestern auf die Bremse: Die Reform dürfe nicht übers Knie gebrochen werden, „speed kills“ sei hier „fahrlässig“. Dabei fährt Neugebauer nicht nur seiner ÖAAB-Kollegin Kdolsky in die Parade – sondern vor allem dem VP-Wirtschaftsbund, dessen Generalsekretär Karlheinz Kopf das Sparpaket formuliert hat. ÖVP-Verhandler quittierten Neugebauers Vorstoß jedenfalls mit Kopfschütteln.

Ärzteaufstand
Am Dienstag versuchten zudem die Ärzte zu retten, was zu retten ist: Bei ihnen sollen ja bis zu 150 Millionen Euro eingespart werden – und zwar vor allen mit Druck hin zu einer ökonomischeren Arbeitsweise. Ärzte-Vize Artur Wechselberger verhandelte mit der Kassenspitze. Wohl vergebens: Das Sparpaket soll 1:1 umgesetzt werden.

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